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Norddeutsche Rundschau

15. Dezember 2017 | 07:45 Uhr

Volles Haus : Shanty-Fest mit Überraschungsgast

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Zwölfjähriger begeistert die Zuhörer im theater itzehoe. Drei Chöre und die Gastgeber von den Itzehoer Störschippern auf der Bühne.

shz.de von
erstellt am 03.Nov.2014 | 05:00 Uhr

Ein volles Haus und ein sehr langer Nachmittag im theater itzehoe: Unter dem Titel „Maritimer Herbst“ veranstalteten die Itzehoer Störschipper das 4. Itzehoer Shantychor-Festival.

„Wenn bei Sturm und Wetterlicht“ – gleich beim Erkennungslied des Gastgeber-Chores sprang der berühmte Funke auf das Publikum über. Bürgervorsteher Heinz Köhnke dankte den Störschippern um ihren Vorsitzenden Gerd Biermacher und begrüßte auch die anderen Sänger vom Sylter Shanty-Chor, Shanty-Chor Loxstedt und Altländer Shanty-Chor. Gute Besserung wünschte er Liviu Revent: Der erkrankte musikalische Leiter der Störschipper wurde vertreten durch Christian Gladow, unterstützt durch seinen Zwillingsbruder Stefan, ebenfalls am Akkordeon.

„Bei diesem Festival gibt es keinen Wettbewerb. Jeder Chor hat seinen eigenen Stil“, so Gerd Biermacher, der durch das Konzert führte. Schwer sei es gewesen, den Sylter Shanty-Chor zu bekommen, der viele Auftritte habe. Auch bei den Insulanern war der musikalische Leiter, Horst Henningsen, erkrankt und wurde von Siegfried Braun vertreten. Der nächste Gastchor hatte ebenfalls eine weitere Anreise. Der Shanty-Chor Loxstedt mit seinem musikalischen Leiter Wolfgang Pfob kam aus der Nähe von Bremerhaven. Von der anderen Elbseite aus Jork war der Altländer Shanty-Chor mit Chorleiter Michael Bunge gekommen. Die Itzehoer Störschipper, hervorgegangen aus dem Itzehoer Männerchor von 1898, traten zum Schluss der ersten Halbzeit auf.

Alle vier Chöre stellten sich im ersten Teil des Konzerts mit wenigen Liedern vor. Doch bevor es in die Pause ging, hatte Gerd Biermacher noch einen jungen Überraschungsgast zu bieten: Janus aus Herzhorn, gerade zwölf Jahre alt geworden, brachte den Saal mit seinem erfrischenden Auftritt zum Kochen. Mit „My Bonnie Lies Over The Ocean“ verabschiedete er das Publikum in die Pause, eröffnete aber auch den zweiten Teil mit „Seemann, deine Heimat ist das Meer“. Janus besucht zurzeit das Musikinternat in Wernigerode.

Mit jeweils vier Shantys und einer Zugabe pro Chor ging es im zweiten Teil des Konzerts weiter. Dabei brachten die Sänger nicht nur die üblichen Seemannslieder zu Gehör, sondern auch weniger bekannte Stücke, auf Hoch- oder Plattdeutsch, aber auch auf Englisch oder Spanisch. Gassenhauer wie „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins“ und „Alle, die mit uns auf Kaperfahrt fahren“ durften nicht fehlen. Ein neues Lied der Altländer von Chorleiter Michael Bunge besang die sagenhaften Flying P-Liner oder kurz P-Liner, wie die Seeleute in der Zeit der Windjammer hochachtungsvoll die Segelschiffe der Hamburger Reederei Laeisz nannten. Dazu gehören neben der Pamir und der Passat auch die Padua, die heute noch als Krusenstern (Kruzenshtern) unter russischer Flagge fährt.

An dem „Austausch“ von Gastgeschenken unter den Chören beteiligte sich auch Bürgervorsteher Köhnke mit einem Geschenk der Stadt, einem „elektronischen Sextanten“, wie er die schmucke Tischuhr nannte. Mit einem gemeinsamen Auftritt der Chöre ging es mit dem Wiesn-Klassiker „Sierra Madre“ und den „Nordseewellen“ ins Finale. Die fünfte Auflage des Festivals in zwei Jahren ist bereits fest geplant.


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