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Prozess in Itzehoe : Sexueller Missbrauch – Bewährung für Psychotherapeuten

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Ein Psychotherapeut aus Kaltenkirchen gibt vor dem Itzehoer Landgericht zu, mehr als ein Dutzend Frauen unsittlich berührt zu haben – während der Therapie. Die Ermittler fanden auch heimlich aufgenommene Videos.

shz.de von
erstellt am 16.Dez.2013 | 12:34 Uhr

Itzehoe | Wegen sexuellen Missbrauchs von Patientinnen hat das Landgericht Itzehoe einen Psychotherapeuten aus Kaltenkirchen im Kreis Segeberg zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Zudem soll er 33.000 Euro Schmerzensgeld an seine Opfer zahlen. Nach Angaben des Richters hatten sich die Prozessbeteiligten bereits vor Beginn des Verfahrens im Falle eines Geständnisses auf das Strafmaß geeinigt.

Entsprechend räumte der Angeklagte am Montag vor Gericht die Vorwürfe ein. Danach hatte er in seiner Praxis in Quickborn (Kreis Pinneberg) von 2009 bis 2011 zehn Frauen im Alter zwischen 18 und 26 Jahren unsittlich berührt und dies als Therapie deklariert. Dazu kamen weitere acht junge Patientinnen, die aus sogenannten prozessökonomischen Gründen nicht in der Anklageschrift auftauchten. In manchen Fällen waren seine Opfer wegen eines früheren sexuellen Missbrauchs bei ihm zur Behandlung gewesen. Insgesamt gestand der Angeklagte 26 Taten.

Seine Übergriffe dokumentierte der Angeklagte mit einer versteckten Videokamera und speicherte sie auf seinem Computer ab. Die Fotos und Filme packte er zum Teil in ein Verzeichnis mit gewaltverherrlichenden Pornostreifen. Die Ermittler hatten die heimlich aufgenommenen Bilder auf seiner Festplatte gefunden.

Die Taten wurden bekannt, als eine seiner Patientinnen – eine Arzthelferin – ihrem Chef von den Vorfällen bei den Behandlungen erzählte. Dem Therapeuten wurde mittlerweile die Approbation entzogen. Er ist nach eigenen Angaben mittlerweile selber in Therapie. „Es tut mir sehr leid, was ich meinen Patientinnen, meinem Berufsstand und meiner Familie angetan habe“, sagte er.

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