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Wettbewerb : Sexting – mehr als ein Liebesbeweis

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Gleichtstellungbeauftragte rufen Videoclip-Wettbewerb ins Leben

„Sexting“ kann ganz schnell berühmt machen, auch wenn man es gar nicht will: Schmetterlinge im Bauch, das Herz steht in Flammen – heimlich hingekritzelte und weitergereichte Textbotschaften sind hoffnungslos veraltet. Cool und weit verbreitet ist dagegen „Sexting“, der Versand von Liebesbotschaften via elektronischer Medien. Auf Knopfdruck übermittelte erotische Texte und Fotos bergen jedoch eine Gefahr: Einmal im Netz, verbleiben sie dort und können durch böswilliges Handeln rasend schnell verbreitet werden.

Die vertrauensvoll kuschelige Zweisamkeit endet dann bestenfalls in der Peinlichkeitsfalle, schlimmstenfalls in einer Traumatisierung des bloßgestellten Opfers. „Betroffen sind überwiegend Mädchen und Jungen im Alter von 13 bis 15 Jahren“, erklärte Wiebke Tischler im Kinder- und Jugendparlament. Die Gleichstellungsbeauftragte (GB) des Amtes Kellinghusen nahm ihren Besuch bei den Jungparlamentariern zum Anlass, für die Teilnahme an einem Video/Handywettbewerb für Schüler zum Thema „Sexting“ zu werben. Unter der Überschrift „Think before you post“ wird er von der Landesarbeitsgemeinschaft der hauptamtlichen kommunalen Gleichstellungs- und Frauenbeauftragen in Schleswig-Holstein (LAG) ausgerichtet.

Schneller Blickaustausch, nervöses Kichern - zurückhaltend reagierten die KiJuPa- Mitglieder zunächst auf das Thema „Sexting“. Letztlich stellte sich heraus, das die meisten über ihre Schulen oder den Freundeskreis von plötzlich öffentlichen „BH-Bildern“ oder heiklen Botschaften gehört haben. Selbst schon gemacht? „Nie und nimmer“, lautete umgehend die Antwort. Beim „Sexting“ geht es um die Mischung aus den Wörtern, Sex und Texting. „Im Klartext um das Versenden von Nacktbildern mit einer erotischen Nachricht über SMS, WhatsApp, Chatrooms und in sozialen Netzwerken“, erklärte Tischler.

Beim LAG-Wettbewerb unter dem Motto „Think before you post“ sollen Jugendliche mit einem selbst gedrehten Videoclip zur Diskussion über das „Sexting“ beitragen. Gewinnen können sie dabei Preisgelder in Höhe von insgesamt 1000 Euro. „Wir wünschen uns, dass Jugendliche sich im Rahmen ihrer Arbeiten mit dem Thema auseinander setzen“, sagt Tischler. Häufig sähen Jugendliche es als Mutprobe oder Liebesbeweis, Bilder oder Filmchen mit bloßstellendem Inhalt zu versenden. „Zuweilen sehen sie sich auch einem Gruppendruck ausgesetzt.“ Bilder würden in dem Glauben versandt, dass diese privat bleiben. „Das ist aber oftmals nicht der Fall“, so Tischler. Weitergeleitet, erreichten verfängliche Aufnahmen ganze soziale Gruppen, wie Schulen und Sportvereine. Der Schaden für das Opfer sei immens, denn Bilder könnten schwer gelöscht werden. „Außerdem sind sie für kinderpornografische Zwecke nutzbar“, so Wiebke Tischler. Für den Fall seiner Teilnahme sagte sie dem Kinder- udn Jugendparlament ihre Unterstützung zu.



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