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Politische Infoveranstaltung : Sexistisch und Homophob: Dithmarscher AfD-Mann schockiert Schüler

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Acht Landtagskandidaten waren in der Meldorfer Schule auf dem Podium. Nach dem Eklat wurde die Diskussion abgebrochen.

„Es war bis dahin eine rundum gelungene Veranstaltung“, sagt Tom Arndt. Acht Landtagskandidaten, inklusive Wolfgang Rotsolk (76) von der AfD, hatten Arndt und seine Mitschüler am vergangenen Donnerstag zu einer politischen Infoveranstaltung an die Meldorfer Gelehrtenschule im Kreis Dithmarschen eingeladen. Am Ende trauten die Gymnasiasten ihren Ohren nicht. Rotsolk schockierte die jungen Erstwähler mit haarsträubenden Äußerungen.

Die Frage, wie er zu Homosexuellen stehe, beantwortete der 76-Jährige laut Arndt so: „Die Männer sollen sich ruhig weiter gegenseitig in den Arsch ficken. Lesbenpornos sehe ich mir ganz gern an.“ Eine Aussage, die Rotsolk im zweiten Teil der Veranstaltung tätigte. Nach einer Podiumsdiskussion standen die Kandidaten den Schülern in getrennten Klassenräumen für Gespräche zur Verfügung. Die anwesenden Lehrer brachen die Fragestunde nach diesem Eklat ab. „Das geht gar nicht“, sagt Arndt, der die Podiumsdiskussion moderierte und Ohrenzeuge der Aussagen Rotsolks war. „Wir wollten Menschen mit homophoben, sexistischen und ausländerfeindlichen Ansichten sicherlich keine Plattform bieten“, so der 17-Jährige. Wer zu dieser Art Veranstaltungen an Schulen eingeladen werden muss, regelt ein Erlass des Bildungsministeriums. Es sind die im Landtag vertretenen Parteien sowie jene, die gute Chancen auf einen Einzug ins Parlament haben.

Das Kieler Ministerium hatte am Montag Informationen zu den Vorgängen eingeholt. Maßnahmen werde es aber nicht geben, erklärte eine Ministeriumssprecherin. Entsetzt über die Meinungen seines Mitbewerbers im Wahlkreis Dithmarschen-Süd zeigte sich der FDP-Abgeordnete Oliver Kumbartzky, der mit dem AfD-Mann auf dem Podium stand: „Leute wie Wolfgang Rotsolk entlarven nicht nur sich, sondern auch ihre Partei. Die AfD diskriminiert und polarisiert und will mit widerwärtigem Gerede Hass und Vorurteile erzeugen. So etwas ist eher ein Fall für eine Therapie und nicht fürs Parlament.“

Tom Arndt und seine Mitstreiter wollen noch einmal besprechen, wie sie mit den Ereignissen umgehen: „Wir würden so eine Veranstaltung auf jeden Fall wieder machen. Ich glaube, wir haben vielen Leuten bei der Entscheidungsfindung geholfen.“ Bei der Landtagswahl am 7. Mai dürfen erstmals auch 16- und 17-Jährige ihre Stimme abgeben.

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erstellt am 04.Apr.2017 | 18:07 Uhr

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