Gaffelsegler : „Seute Deern“ hat den Hafen verlassen

Tschüß „Seute Deern“. Vier Monate bildete der historische Zweimaster aus Harburg den Blickfang; jetzt hieß es Abschied nehmen von Glückstadt, seinem Hafen und vielen neuen Freunden.
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Tschüß „Seute Deern“. Vier Monate bildete der historische Zweimaster aus Harburg den Blickfang; jetzt hieß es Abschied nehmen von Glückstadt, seinem Hafen und vielen neuen Freunden.

Historischer Zweimaster verlässt Glückstadt Richtung Harburg. Im Mai kommt der Schoner „Johann Smidt“.

shz.de von
04. März 2014, 17:00 Uhr

„Leinen los.“ Ganz langsam löst sich die „Seute Deern“ von ihrem Liegeplatz. Kapitän Rainer Schmidt-deBoer steuert umsichtig in die Hafenmitte. Der Diesel tuckert gleichmäßig, Fahrt wird aufgenommen. Ohne Probleme passiert der historische Zweimaster bei Tide-Hochwasser das Sperrwerk. Noch ein kurzer Zwischenstopp im Außenhafen und dann hieß es unter den musikalischen Grüßen des Shantychores der „Itzehoer Störschipper“ stimmungsvoll Abschied nehmen aus Glückstadt.

„Wir sind in dieser schönen Stadt wunderbar aufgenommen worden“, sagt Frank Kuppe, Sprecher des Hamburger Vereins Clipper – Deutsches Jugendwerk zur See (DJS). Begeistert war er von den Hafen-Verantwortlichen, die ihm bei dem Manöver sehr entgegengekommen waren. Die defekte Schleuse zum Harburger Heimathafen ermöglichte keine Durchfahrt, also stationierte der Verein den Segler in der Elbestadt. Seit 18. Oktober vergangenen Jahres bildete darum die zweimastige historische Gaffelketsch „Seute Deern“ für viele Ausflügler und „Sehleute“ den Blickfang im Glückstädter Hafen. Und in dieser Zeit haben sowohl Verein als auch Segler viele Freunde gewonnen. „Gerade an den Adventswochenenden, als wir Open Ship angeboten haben, kamen sehr viele Interessierte, die einfach nur klönschnacken, sich aber auch das Schiff zeigen und erklären lassen wollten. Die Begeisterung hat uns allen gut getan“, freute sich Frank Kuppe. Ein Döntje am Rande: Am letzten Adventssonntag gab es ab 14 Uhr keinen Punsch mehr – die Vorräte waren erschöpft.

Hat die Liegezeit des riesigen Dreimasters „Gulden Leeuw“ der „Seuten Deern“ die Show gestohlen? „Ach was. Natürlich ist das ein stolzes Schiff. Und für uns war eine Ehre, zusammen eine prächtige Kulisse abzugeben. Aber die haben ja keine Aktivitäten unternommen“, erklärt Kuppe. Ob die „Seute Deern“ wieder kommt, steht noch nicht fest. „Das ist schwer zu sagen, das muss der Verein entscheiden. Nach dem Erfolg ist es nicht auszuschließen.“ Ziemlich sicher ist allerdings ein Mitwirken des Vereins Clipper am Stadtjubiläum 2017. „Da haben wir zusammen mit Tourismusmanagerin Sandra Kirbis schon mal einen Nagel eingeschlagen“, so Kuppe. Vielleicht nicht mit der „Seuten Deern“, aber mit der „Albatros“. Auf diesem Dreimaster können sogar Theater oder Musik-Sessions stattfinden.

Jetzt geht es für die „Seute Deern“ zurück in den Heimathafen nach Harburg. Es gibt noch viel zu tun, ehe die Leinen für die nächsten Törns losgemacht werden. „Das Schiff hat gelitten, weil wir keine Plane spannen konnten. Außerdem muss es unbedingt ins Dock, um den Rumpf zu inspizieren,“ erklärt Kapitän Rainer Schmidt-deBoer. Ende April führt als erstes eine Klassenreise nach Flensburg, anschließend geht es zu mehreren Zielen über die Ostsee nach Litauen und Polen.

Freunde maritimer Seefahrt können sich aber schon freuen: Anfang Mai macht der vereinseigene Gaffelschoner „Johann Smidt“ in Glückstadt fest. Direkt aus der Karibik kommend wird die Stadt als erster deutscher Hafen angelaufen.

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