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Norddeutsche Rundschau

18. Oktober 2017 | 11:36 Uhr

Seniorenbeirat lehnt Kreisel ab

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Brunsbütteler wollen Ampelanlage an der oberen Koogstraße behalten / Zu große Gefahren befürchtet

von
erstellt am 16.Okt.2015 | 10:46 Uhr

Im Zuge der Sanierung des Quartiers obere Koogstraße soll ein Kreisverkehr die Ampelanlage an der Kreuzung Koogstraße/Brunsbütteler Straße/Röntgenstraße/Eddelaker Straße ersetzen. Die Idee dahinter: Der Verkehrsfluss wird nicht mehr durch die Ampeln ausgebremst, sondern wickelt sich flüssiger ab. Keine gute Idee, sagt Roswitha Rickert. Denn die Vorsitzende des Brunsbütteler Seniorenbeirats fürchtet, dass schwächere Verkehrsteilnehmer auf der Strecke bleiben, alte und Sehbehinderte sich nicht mehr über die Kreuzung trauen. Sie beantragt, dass sich die Stadtpolitik vor einem Beschluss noch einmal gründlich mit dem geplanten Kreisel und seinen Folgen befasst und dabei auch Expertenmeinungen berücksichtigt.

Kommenden Dienstag wird sich der Bauausschuss mit der so genannten Rahmenplanung zum Quartier obere Koogstraße befassen. Die Ideen für dieses Konzept sind den Anliegern in dem Bereich bereits öffentlich vorgestellt worden. Ursprünglich sollte der Bauausschuss am 22. September schon beschließen. Roswitha Rickert reichte einen Eilantrag ein, der jetzt neu besprochen wird – denn am 22. September war der Beschluss über den Rahmenplan wieder von der Tagesordnung genommen worden.

Rund 385  000 Euro soll der Kreisel kosten. Doch die Vorsitzende des Seniorenbeirats ist überzeugt, dass diese Summe nicht ausreicht. Zumindest dann nicht, wenn etwa wie vom Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband empfohlen, spezielle Baumaßnahmen vorgenommen werden: Zebrastreifen mit Schutzinseln zwischen den Fahrspuren, spezielle Markierungen im Boden, die Sehbehinderten das Auffinden des Überwegs erleichtern.

„Ich persönlich liebe Kreisverkehre – da wo sie Sinn machen“, sagt Rickert. Ein Mini-Kreisel, wie er am oberen Ende der Koogstraße vorgesehen sei, gehöre für sie definitiv nicht dazu. „Für die Schwächeren ist das nicht gut.“ Bei dieser Einschätzung verweist sie auf den Verkehrsforscher Prof. Michael Schreckenberg von der Uni Duisburg-Essen. Der attestiere solchen Kreiseln ein recht hohes Gefahrenpotenzial für Fußgänger und auch Radler. „Das ist nicht ganz zu Ende gedacht“, sagt Rickert über die städtischen Pläne.

Dass sich der Seniorenbeirat erst jetzt vehement zu Wort meldet, liegt darin begründet, dass es dieses Gremium erst seit Juni in der Schleusenstadt gibt. Die Vorsitzende hatte allerdings an den vorherigen Arbeitsgruppensitzungen als interessierte Bürgerin teilgenommen – und im Beirat nach dessen Konstituierung das Thema in die Debatte gebracht. Längst, so Rickert, werde sie in der Stadt darauf angesprochen. Und auch im Forum des Seniorenbeirats gebe es eindeutige Stellungnahmen von Bürgern gegen den Kreisel. Damit nicht genug, auch wenn der zunächst nur Bestandteil der Rahmenplanung würde, irgendwann werde er gebaut. Dass zugleich überlegt werde, in dem unmittelbar an das Neue Zentrum anschließenden Quartier altengerechtes Wohnen voranzutreiben, mache den Kreiseverkehr erst recht überflüssig. Den Brunsbütteler Entscheidungsträgern empfiehlt sie, keinen vorschnellen Entschluss zu fassen: „Die sollten sich das gut überlegen.“

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