zur Navigation springen

Demografische Entwicklung : Senioren bleiben der Marsch treu

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Große Umfrage in der Krempermarsch zeigt: Die Menschen wollen im Alter in ihrer gewohnten Umgebung bleiben. Fast 1000 Fragebögen kamen mit Antworten zurück.

Im Frühjahr startete das Amt Krempermarsch eine große Senioren-Befragung (wir berichteten). Parallel dazu wurden auch die bereits bestehenden Senioren-Angebote in den amtsangehörigen Gemeinden und der Stadt Krempe erfasst. Mit Hilfe der beiden Umfragen soll ein Konzept erarbeitet werden, das unter anderem eine Anlaufstelle für ältere Menschen ermöglichen soll. Projekt-Koordinator Lothar Schramm stellte nun die inzwischen vorliegenden Ergebnisse vor.

Exakt 2484 Bögen seien an jene Menschen im Amtsgebiet verteilt worden, die das 60. Lebensjahr überschritten hätten. 961 Fragebögen seien ausgefüllt zurückgekommen. „Mit der Quote sind wir sehr zufrieden“, betonte Schramm. Liege sie doch „bei circa 40 Prozent“, und dabei weit über vergleichbaren Umfrage-„Rückläufern“. Aufgrund der fleißigen Mitarbeit der Senioren könne man „von einem repräsentativen Ergebnis sprechen“. Ab sofort müsse man nicht mehr „rumraten“, wenn es um die Bedürfnisse der älteren Generation gehe, sondern könne auf handfeste Fakten zurückgreifen.

Neben der amtsweiten Gesamtauswertung erhält auch jede Gemeinde ein gesondertes Umfrage-Ergebnis. Ganz allgemein lässt sich sagen, dass vor allem altersgerechte Wohnformen für die älteren Menschen immer wichtiger werden. „Unsere Einwohner wollen so lange wie möglich zuhause bleiben“, so Schramm. Rund 75 Prozent wollten auch im hohen Alter die Krempermarsch keinesfalls verlassen. Gefragt seien daher „mehr häusliche Pflege, eine Erweiterung der Tagespflege, sowie betreutes Wohnen ohne Bezugsschein“. Auch mehr Einkaufsmöglichkeiten seien vor allem in einigen Dörfern ein wichtiges Thema. Vielerorts fehlten obendrein Handwerker.

Positiv sei, dass beim Einkommen „bei uns die Spitzen fehlen“. Soll heißen: In der Krempermarsch gibt es wenige sehr reiche Senioren, aber auch überdurchschnittlich wenige arme. Ein Großteil der befragten Haushalte verfüge im Monat über 1200 bis 2000 Euro. Ebenso bemerkenswert: Jeder zweite Bürger der Altersstufe „Ü70“ bekleide noch ein Ehrenamt. Gefährlich sei hingegen die Entwicklung, dass viele Menschen ihr Alter erst wahrnehmen würden, wenn die körperlichen Schwächen unübersehbar würden. So würden altersgerechte Vorkehrungen in Haus und Garten oft erst zu spät in Angriff genommen.

Bis auf Süderau haben alle neun übrigen Dörfer samt der Stadt Krempe auf die amtsweite Gemeinde-Umfrage geantwortet. Das Ergebnis: 172 Senioren-Angebote wurden gemeldet. Darunter 26 Ausfahrten, 52 Sport-, Gesundheit- und Fitness-Angebote, 33 Kaffee- und Kuchen-Klönschnack-Angebote, 13 Kurse und Seminare, vier Beratungen und Sprechstunden, sowie 44 anlassbezogene Einzelveranstaltungen. Augenfällig dabei: Mit 75 Angeboten liegt Krempe weit vor der einwohnertechnisch etwa gleichgroßen Gemeinde Kremperheide (31), und noch deutlicher vor allen anderen Dörfern der Kremper Marsch. Holsteins kleinste Stadt bildet also nach wie vor so etwas wie das Zentrum der Region.

Der Öffentlichkeit sollen die Umfrage-Ergebnisse am Sonnabend, 11. Oktober in der Mensa am Burggraben vorgestellt werden. Vormittags trifft sich ein interner Kreis zur Diskussionsrunde, von 14 bis 16 Uhr sind dann alle Bürger eingeladen, sich vor Ort informieren zu lassen. Parallel dazu wird ein Konzept erarbeitet, mit dem eine „Bürger-Information-Krempermarsch” (BIK) umgesetzt werden soll. Als zentraler Punkt soll dabei im Amtshaus eine Anlaufstelle für ältere Bürger entstehen. Geplant sind obendrein kostenlose Senioren-Beratungen in den Gemeinden, Info-Flyer und der Aufbau einer Internetseite. Mit dem Konzept soll das dafür notwendige Geld beim Bundesfamilien-Ministerium eingeworben werden. „Entschieden wird darüber im ersten Quartal 2015“, hofft Schramm auf einen positiven Bescheid. Die Umsetzung sei dann „relativ kurzfristig möglich“.

zur Startseite

von
erstellt am 14.Sep.2014 | 16:04 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen