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Norddeutsche Rundschau

16. Dezember 2017 | 22:20 Uhr

Führerscheine weg : Senioren am Steuer gestoppt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Ein Brunsbütteler (88) fährt sehr unsicher durch Itzehoe, eine Itzehoerin (80) baut gar einen Unfall. Beide müssen ihre Führerscheine abgeben.

von
erstellt am 19.Dez.2013 | 05:00 Uhr

Eine 80-Jährige verursachte einen Unfall, ein
88-Jähriger war sehr unsicher unterwegs: Zwei Mal innerhalb einer Stunde musste die Polizei am frühen Dienstagabend aktiv werden. Sie stellte beide Führerscheine sicher.

Der erste Fall ereignete sich um 17.15 Uhr in der Elmshorner Straße. Ein Brunsbütteler (88) war mit seinem Audi sehr langsam unterwegs, hatte Probleme, die Spur zu halten, der Warnblinker war eingeschaltet. Andere Fahrer hätten die Polizisten vor Ort informiert, dass der Senior schon eine Weile auf diese Weise gefahren sei, auch auf der Bundesstraße, berichtete Polizeihauptkommissar Jens Griffel. „Es gab auch Anrufe auf der Wache.“

Nachdem er gestoppt worden war, gab der 88-Jährige gegenüber den Beamten an, er habe sich verfahren und nicht mehr weitergewusst, da habe er andere warnen wollen. Er sei zudem krank und sehe nicht mehr so gut. Die Polizei hielt Rücksprache mit dem zuständigen Bereitschaftsrichter am Amtsgericht und behielt den Führerschein ein. Mit einem Taxi fuhr der Brunsbütteler zurück nach Hause.

Eine Stunde später fuhr ein Itzehoer (46) mit seinem Volvo auf der Edendorfer Straße. Ein Mercedes der A-Klasse kam ihm entgegen und steuerte plötzlich auf die Gegenfahrbahn. Den Frontalzusammenstoß konnte der Itzehoer vermeiden, indem er den Volvo, in dem auch seine Frau und das dreijährige Kind saßen, zur Seite lenkte. Doch die Fahrzeuge stießen mit den Seiten zusammen, es entstand laut Polizei ein Schaden in Höhe von 4000 Euro.

Der Mercedes aber fuhr weiter. Die 80-jährige Itzehoerin am Steuer gab später an, sie habe nicht gewusst, wo sie anhalten sollte. Ein Schenefelder (36), der Zeuge des Unfalls war, fuhr hinterher mit Hupe und Lichthupe. Die Polizei bekam auch Informationen, dass das Fahrzeug schon vorher auf die Gegenfahrbahn geraten sei. Die Seniorin erklärte den Beamten schließlich, sie habe im Dunkeln nicht richtig sehen können. Dies besonders, weil die Scheiben beschlagen waren. Wie sich herausstellte, lagen Säcke, die die Feuchtigkeit binden sollten, auf den Lüftungsschlitzen unter den Scheiben.

Erneut mussten die Beamten den Bereitschaftsrichter kontaktieren, erneut entschied dieser, dass der Führerschein einbehalten werden sollte. Die Seniorin kam mit einer Bekannten nach Hause, die sie und ihren Wagen abholte. In beiden Fällen gehen nun Schreiben an die Führerscheinstelle, die über die Überprüfung der Fahrtüchtigkeit entscheidet.

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