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Beidenfleth im Kreis Steinburg : SEK überwältigt bewaffnete, 57-jährige Frau

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Großalarm für Spezialeinsatzkommando am Donnerstag im Kirchweg. Die Pistole entpuppt sich als ungeladene Schreckschusswaffe.

Beidenfleth | Eine offenbar geistig verwirrte Frau hat gestern in Beidenfleth (Kreis Steinburg) einen Großeinsatz der Polizei ausgelöst. Sie hatte eine Streife der Polizeistation in Wilster mit einer Faustfeuerwaffe in der Hand empfangen. Nach knapp vier Stunden wurde die 57-Jährige von einem Spezialeinsatzkommando der Polizei in ihrer Wohnung überwältigt und in Handschellen ärztlicher Obhut übergeben.

Es begann am Morgen alles mit einem Routineeinsatz. Zwei Polizeibeamte aus Wilster waren beim Rentnerwohnhaus im Beidenflether Kirchweg vorgefahren. Im Gepäck: Ein Haftbefehl für die im ersten Stock wohnende Frau. Nach Informationen unserer Zeitung soll sie Geldbeträge schuldig geblieben sein. Die Frau öffnete die Tür und hatte eine Pistole in der Hand. Die Beamten gingen dann zunächst einmal auf Nummer sicher und zogen sich zurück. Gleichzeitig wurden andere Mieter in dem Gebäude aufgefordert, in ihren Wohnungen zu bleiben – unter ihnen auch eine 93 Jahre alte Frau. Parallel dazu schlugen die Beamten Alarm. Wenig später war der Kirchweg in Höhe des gemeindeeigenen Mehrfamilienhauses (acht Wohneinheiten) abgesperrt.

Da zunächst davon ausgegangen werden musste, dass die Frau von einer Schusswaffe Gebrauch macht, zogen die Ordnungshüter immer mehr Kräfte zusammen. Vorsorglich wurden Rettungssanitäter und ein Notarzt vor dem Gasthof Frauen postiert.

Inzwischen waren auch immer mehr Beidenflether auf das Geschehen aufmerksam geworden, warfen einen Blick auf die zahlreichen Streifenwagen und die Absperrbänder. In bitterer Kälte mussten zunächst auch zurückkehrende Bewohner des Rentnerwohnhauses ausharren, bevor sie sich dann zu Verwandten oder Bekannten ins Warme zurückzogen. Nachbarn berichten, dass die Frau erst kurz vor Weihnachten in die Mietwohnung eingezogen sei. Mitbewohner des Hauses beschreiben sie als sehr unzugänglich und zurückgezogen lebend. Man habe die meist in schwarz gekleidete Frau mit den kurzen schwarzen Haaren nur selten gesehen – und wenn, dann sei sie immer mit einem schweren Rucksack im Ort unterwegs gewesen. Eine ältere Hausbewohnerin hatte lediglich noch beobachtet, dass die Frau zum Rauchen immer im offenen Toilettenfenster gestanden habe.

Mittlerweile war aus Kiel auch das Spezialeinsatzkommando der Polizei eingetroffen, das mit mehreren Fahrzeugen auf dem Parkplatz am Fähranleger Stellung bezog. Während die Führungskräfte die Lage besprachen, rüsteten sich andere Beamte mit ihrer Schutzkleidung und speziellem Einsatzgerät. Dann passierte für längere Zeit gar nichts. Offenbar versuchten die Beamten, die Frau mit Geduld und guten Worten zur Aufgabe zu überreden. Ein Beamter formulierte es so: „Wir wickeln den Einsatz ganz human ab.“

Nach knapp vier Stunden war der Spuk dann schlagartig vorbei. SEK-Kräfte verschafften sich Zutritt zu der Wohnung und überwältigten die Frau. Die Schusswaffe entpuppte sich als Schreckschusspistole, die nicht einmal geladen war. Auf den ersten Blick war sie aber von einer echten Waffe offenbar nicht zu unterscheiden. Während Absperrungen abgebaut und Streifenwagen zurückgezogen wurden sowie das SEK die Einsatzutensilien verstaute, wurde die Frau unter Polizeibegleitung zu einem Rettungswagen gebracht – die Hände mit Handschellen auf den Rücken gefesselt. Die Hausbewohner konnten wieder in ihre eigenen vier Wände zurückkehren. Verletzt wurde niemand – außer der 57-Jährigen selbst. Sie hatte sich beim SEK-Einsatz eine blutige Nase geholt.

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erstellt am 10.Feb.2017 | 05:00 Uhr

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