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Norddeutsche Rundschau

26. September 2017 | 13:13 Uhr

Seit 65 Jahren am Webstuhl

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Interview mit dem Kieler Künstler Peter Horn über seine Arbeiten, die noch bis Sonntag in Itzehoe zu sehen sind

shz.de von
erstellt am 17.Mai.2016 | 16:55 Uhr

Wie lange weben Sie schon, in welchem Alter haben Sie
angefangen?
Peter Horn: Im Sommer werde ich 80 Jahre alt und ich habe mit 15 Jahren, also vor 65 Jahren, mit dem Weben angefangen.
Wie sind Sie darauf gekommen zu weben?
Meine Mutter hat zuhause gewebt. Zuerst habe ich ihr geholfen und dann habe ich angefangen, eigene Sachen herzustellen.

Wie wird so ein Webbild gemacht?
Ich brauche einen großen Webstuhl. Zuerst mache ich einen Entwurf. Dann vergrößere ich ihn auf das Format, das mein Wandteppich später haben soll. Diese Vorlage lege ich unter meinen bespannten Webrahmen und dann fange ich an zu weben. Nachdem ein Abschnitt des Wandteppichs fertig ist, wird er auf dem Webstuhl aufgerollt und ich webe den nächsten Teil. Ich sehe den ganzen Teppich zum ersten Mal in einem Stück, wenn ich ihn am Ende vom Webrahmen abgenommen habe. Zum Glück bin ich vom fertigen Ergebnis nie enttäuscht worden.

Was ist alles auf Ihren Webbildern in dieser Ausstellung zu sehen?
Es gibt ganz verschiedene Motive. Viele Wandteppiche beschäftigen sich mit dem Thema Universum, andere zeigen Menschen, ein anderer große Heißluftballons und einer ein Riesenrad.

Woher kommen die Ideen für die Webbilder?
Schon als Jugendlicher habe ich mich für das Weltall interessiert. Ich habe mir ein Fernrohr selbst gebaut und zum Beispiel den Mond und den Jupiter angeguckt. Aus diesen Eindrücken sind später die Weltallbilder entstanden. Manchmal mache ich auch verwackelte Fotos von Sachen, die reiße ich dann auseinander und klebe sie mit Rissen zu einer Collage zusammen. So entstehen neue Vorlagen für einen Wandteppich.

Wie groß ist Ihr größtes Webbild?
Es ist zwei Meter breit und drei Meter hoch.

Wie lange arbeiten Sie ungefähr an einem Webbild?
Für ein kleineres Bild brauche ich ungefähr vier Monate, an einem größeren arbeite ich auch schon einmal zwei Jahre lang. Ich sitze fast jeden Tag mehrere Stunden am Webstuhl. Alle meine Arbeiten webe ich selbst.

Arbeiten Sie gerade an einem neuen Webbild?
Ich hatte jetzt viel mit der Ausstellung im Wenzel-Hablik-Museum zu tun und kam daher nicht zum Weben. Aber nun kann ich wieder anfangen, ich habe schon eine Idee im Kopf.

Die Ausstellung „Bildweberei: Traditionell und modern. Arbeiten von Elisabeth Lindemann und Peter Horn.“ ist bis Sonntag, 22. Mai, im Hablik-Museum zu sehen: täglich 14 bis 17 Uhr, Sonntag 11 bis 17 Uhr.

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