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Glückstädter Speeldeel : Seit 40 Jahren ein Star auf der Bühne

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Hans Westphal prägt seit vier Jahrzehnten die Glückstädter Speeldeel. Der Glückstädter steht auf der Bühne und führte selbst in einigen Stücken Regie. Dafür wird er jetzt vom Niederdeutschen Bühnenbund Schleswig-Holstein geehrt.

Schon als 14-jähriger Schüler in Elmshorn hatte Hans Westphal Theaterluft geschnuppert – „Die goldene Gans“ war seine erste Hauptrolle. Allerdings war es ein hochdeutsches Theaterstück. Plattdeutsch war früher eher verpönt. Heute ist die niederdeutsche Sprache gesellschaftsfähig geworden.

Hans Westphal (67) ist von Beruf Bootsbauer. Bis zu seiner Selbständigkeit hatte er auf den renommierten Werften in Glückstadt, Elmshorn und Wedel sein Handwerk verfeinert. Mit seinem Meisterstück, dem Segelschiff „Blizzard“, ist er oft und gerne mit Seglerkollegen unterwegs gewesen.

Aber sein Herz schlug schon immer für das Theater. Seine Augen leuchten, wenn er in gemütlicher Runde von dem Theaterstück aus seiner Schulzeit spricht – 300 Zuschauer waren anwesend, erzählt Hans Westphal voller Stolz. Else Wiesner, eine Mitseglerin und Schauspielerin von der Glückstädter Speeldeel, sagte eines Tages: „Komm doch einfach mal mit und schau Dir mal eine Probe an.“

Am nächsten Morgen ging er zum Briefkasten und fand ein Rollenbuch darin. „Da fühlte ich mich überfallen“, meint Hans Westphal und schmunzelt. Er nahm das Rollenbuch in die Hand, las, und die Spannung wuchs mit jeder Seite. Kurz entschlossen ging er zur nächsten Probe, er wollte einfach nur mal schauen.

Die Proben fanden – damals 1973 – in der so genannten „Guten Stube“ bei Speelbaas Klaus Meinert statt. Was für eine Stimmung! Nette Leute, die viel Spaß beim Theaterspielen hatten, die ausgelassen vor Freude waren, aber auch hochkonzentriert.

„Der möblierte Herr“ war sein erstes Bühnenstück in der Rolle des Kunstmalers Mücke. Ein Schwank in drei Akten von Werner Schubert. Heute noch, wenn ihn seine treuen Zuschauer unterwegs treffen, wird er jedes Mal mit: „Hallo Mücke“ begrüßt.

Gespielt wurde früher im Landesfürsorgeheim am Jungfernstieg – bis es 1974 abgerissen wurde. Am Kirchplatz, im Gemeindehaus, fand die Glückstädter Speeldeel ein neues Zuhause. Dort wurde es aber bald zu eng. Endlich, in der Bürgerschule in der Carl-Legien-Straße, wurde dann in der Multifunktionshalle zur Spielsaison Platz geschaffen für das „Theater am Neuendeich“.

Seit 40 Jahren ist er jetzt dabei, 37 Mal als Schauspieler, und drei Mal hat Hans Westphal sogar Regie geführt. Sein Fazit: „Wir brauchen unbedingt Nachwuchs, unsere Personaldecke wird immer kleiner. Plattdeutsch muss die- oder derjenige nicht sprechen können – das kann man lernen – Hauptsache Spaß und Freude am Spielen.“ Denn Plattdeutsch sei eine so melodische Sprache, die müsse weiterleben.

Das neue Stück der Speeldeel „Labskaus un Schampanjer“ hat Premiere am Freitag, 25. Oktober, um 20 Uhr im Theater am Neuendeich. Im Anschluss wird Hans Westphal vom Niederdeutschen Bühnenbund Schleswig-Holstein geehrt.

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