zur Navigation springen
Norddeutsche Rundschau

22. Oktober 2017 | 11:19 Uhr

Seit 125 Jahren Begleiter durch den Alltag

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Tageszeitung für die Marsch feiert Geburtstag

shz.de von
erstellt am 09.Mär.2015 | 09:56 Uhr

Die publizistische Zielsetzung war eindeutig: Man wollte den Menschen in der Wilstermarsch einen gedruckten Begleiter durch das Alltagsleben bieten. Am 2. April jährt sich der erste Erscheinungstag der Wilsterschen Zeitung zum 125. Male. Und an den Zielen von Verlag und Redaktion hat sich seitdem nicht viel verändert. Die Wilstersche Zeitung ist aus dem Leben in der Marsch weniger denn je wegzudenken. Nur ihr äußeres Erscheinungsbild hat sich in den 125 Jahren geändert, und die Erscheinungsweise. Nachrichten aus der Heimat und aus aller Welt gab es damals zunächst nur mittwochs und sonnabends.

Dabei ist es wohl eher einem Zufall zu verdanken, dass die Wilstermarsch überhaupt ihre eigene Zeitung bekam. Rückblende ins Jahr 1820. Damals gab der gelernte Bäcker Johann Schwarck seinen Beruf auf und sattelte um. Er machte sich am Kohlmarkt als Buchbinder selbstständig. Sein Nachfahre Johann-Peter Adolf Schwarck – angesehener Stadtrat und später auch Ehrenbürger von Wilster – brachte auf dieser Grundlage die erste Ausgabe der Wilsterschen Zeitung auf den Markt. Bemerkenswert für die damalige Zeit ist seine Betonung der politischen Unabhängigkeit. Die Wilstersche Zeitung, so schrieb er in der Erstausgabe (Bild), solle liberal sein und in jeder Beziehung unabhängig und unbeeinflusst. Dieses vorausgeschickt, äußerte er die Hoffnung auf „tatkräftige Unterstützung von Seiten eines geehrten Publikums“. Es folge, sozusagen als erste Topmeldung, die Nachricht über den Rückzug von Kanzler Bismarck aus Berlin.

Tatsächlich sind die Menschen in der Region ihrer Tageszeitung bis heute treu geblieben. Über fünf Generationen blieb die Wilstersche Zeitung unter der Federführung der Familie Schwarck. Nur während der britischen Besatzungszeit hatte es beim Erscheinen eine Unterbrechung bis 1949 gegeben. Verleger Peter Schwarck machte sich bei der Besatzungsmacht allerdings erfolgreich für einen Fortbestand der Heimatzeitung stark. Sein Einsatz für die Zeitungslandschaft im Norden insgesamt wurde später sogar mit dem Bundesverdienstkreuz gewürdigt.

Seit 1. Januar 1999 erscheint die Wilstersche Zeitung unter dem Dach des schleswig-holsteinischen Zeitungsverla

ges, damals als einer von 14 Titeln im sh:z, mit der Wiedergeburt der Glückstädter Fortuna ist im vergangenen Jahr noch ein weiterer Titel hinzugekommen. Und noch eine weitsichtige Aussage des Gründervaters ist bis heute gültig: Die Wilstersche Zeitung wird es dem Leser ermöglichen, sich selbst ein Urteil über die wichtigeren Ereignisse des Lebens zu bilden. Mehr zum Zeitungsjubiläum auf Seite 10

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen