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Närrisch : Sein letzter Lumpenball – Abschied nach 30 Jahren

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Am Sonnabend sind in Nordoe wieder die Narren los. Vereinswirt Bernd Braasch geht anschließend in den Ruhestand.

shz.de von
erstellt am 11.Feb.2014 | 05:40 Uhr

Jubel, Nostalgie und Wehmut an einem Abend: Der nächste „Lumpenball“ in Nordoe findet zum 30. Mal statt. Wenn es am Sonnabend, 15. Februar, ab 21 Uhr wieder heißt: „Die Narren sind los“, betrachtet Ausrichter Bernd Braasch, Wirt vom BSC Nordoe, das Geschehen mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Denn obwohl das runde Jubiläum gefeiert wird, ist es für ihn die letzte Veranstaltung. Er gibt in diesem Jahr die Leitung des Vereinsheims und somit auch die Ausrichtung des Lumpenballs ab. Die hatte Bernd Braasch seit 17 Jahren inne, nachdem er seinen Job als Wirt bei dem Verein angetreten hatte. „Meine Zeit hier ist um, ich setze mich zur Ruhe.“

Seit ein paar Jahren geht die nach der Fubama zweitgrößte Faschingsveranstaltung mit demselben Motto über die Bühne: „Die Narren sind los!“ Das war aber nicht immer so. „Wir hatten viele andere Themen“ wie etwa „Auf dem Highway ist die Hölle los“, „Am Zuckerhut von Rio de Janeiro“ oder „Die Karavane zieht weiter“. „Aber wer einmal als Scheich kam, kam bei jedem Motto als Scheich. So haben wir die freie Kostümwahl eingeführt“, erzählt Braasch.

Er selbst ist vor 25 Jahren zum Fußballspielen in den BSC gekommen, als es den Lumpenball mit dem Bau der Sporthhalle bereits seit fünf Jahren gab. Mit 32 Jahren hat er 1989 die Bewirtung im BSC Nordoe übernommen. „Den Lumpenball habe ich dann 1997 zum ersten Mal veranstaltet“, erinnert er sich. Ein Gast hat ihm neulich eine Karte vom allerersten Lumpenball mitgebracht. Am 28. Januar 1984 kostete der Eintritt zwölf Mark. Über mehrere Jahre wurde der über eine Konzertagentur ausgerichtet, in der Anfangszeit war NDR-Moderator Lutz Ackermann die Attraktion, die heute Volker Mittmann ist. Mit 800 Besuchern war das Kostümfest, das immer zwei Wochen nach der Fubama statt findet, mehrere Jahre lang gut besucht – bis die Fubama in Wilster vergrößert wurde. „Da gab es bei uns einen leichten Knick“, war das Ende des Lumpenballs mehrmals voraus gesagt worden. Da hatte auch Bernd Braasch kurzzeitig einmal den Gedanken, aufzuhören. „Aber ich war mit im Klaren: Wenn er einmal ausfällt, wäre es für immer vorbei.“ So hielt Bernd Braasch bis heute durch, und das zahlte sich aus. „Im Prinzip sind es heute wieder so viele Besucher wie vor 15 Jahren.“ Während in Wilster eher die Jungen feiern, kommen hierher eher die Älteren. „Wir haben viel Stammpublikum aus der Umgebung.“

Von Beginn an gab es auch die Kostümprämierung. „Alle haben immer sehr schöne Kostüme“, stellte er fest. Früher gab es hier auch einmal Bullenreiten, Bauchtänzerinnen und Schlangenbeschwörer, aber das habe die Gäste nur vom Feiern abgehalten. „Heute haben sie zur Musik einfach Spaß.“ Mittlerweile sind es schon zwei Generationen, die herkommen, und irgendwann haben sie für die nächste auch eine Cocktailbar eingeführt. „Ganz früher gab es auch mal Live-Bands“, haben die üblichen verdächtigen Top-40-Bands gespielt. „Top Union“, „Second Take“, „Rockford“ und „Tin Lizzy“ sorgten hier für die Stimmung. „Dann sind wir aber zu einem professionellen DJ zurück gekommen. Die reagieren flexibler auf Stimmungen“, so Braasch. Auch die regional bekannten DJs Stefan Wahnsinn, Hauke Hastig, Tony Tornado und Harry Sack waren alle schon mal da, im vergangenen Jahr RSH-Moderator Andreas Santen. „Aber nun haben wir uns wieder für den Altbewährten Volker Mittmann entschieden.“ „Im kommenden Jahr werde ich nicht mehr herkommen – um Abstand zu gewinnen“, sagt Bernd Braasch. Dann übernimmt sein Nachfolger für das Vereinsheim auch die Ausrichtung des Lumpenballs.

Termin: „30. Itzehoer Lumpenball“, Sonnabend, 15. Februar, 20 Uhr, BSC-Halle Nordoe; Vorverkauf bis zum Veranstaltungstag: Itzehoe: Vereinsheim BSC Nordoe, Volksbank Wellenkamp, Reisebüro Biehl; Glückstadt: Glückstädter Reisebüro; Hohenlockstedt: Presse Lemsky, Breite Straße 4; Eintritt: VVK 10 Euro AK 13 Euro.

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