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Hightech in itzehoe : „Sehr zukunftsträchtig“

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Gute Arbeit, starke Firmen, aber zu wenig bekannt: Wirtschaftsminister Reinhard Meyer lobt Itzehoer Innovationsraum. Besuch im Innovationszentrum IZET und bei Antennen-Prüffirma ATC Europe GmbH.

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erstellt am 18.Dez.2013 | 05:00 Uhr

Im Fraunhofer-Institut für Siliziumtechnologie war er bereits. Jetzt hat Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) auch das benachbarte Innovationszentrum IZET besucht. Fazit: „Hier in Itzehoe ist eine ganze Menge technologischer Kompetenz, die so selbst in der Region nicht richtig bekannt ist.“

Als Beispiel-Unternehmen für den Minister diente die ATC Antenna Technology Center Europe GmbH. In dem markanten Mess-Dom an der Autobahn vermisst und prüft die im IZET ansässige Firma Autoantennen. „Diese Messanlage ist einzigartig auf der Welt“, sagte Jan-Peter Busch von ATC.

Vor knapp fünf Jahren wurde der Bau von Nippon Antenna übernommen, als sich die Japaner wieder auf den heimischen Markt konzentrierten. Der Aufbau sei nicht leicht gewesen, aber auch dank viel Unterstützung aus dem IZET bewältigt worden, erläuterte Busch. Heute ist das Spezial-Unternehmen führend: „VW und Daimler benutzen uns als Referenz.“ Das bedeutet: Wer dort seine Antennen platzieren wolle, müsse sie in Itzehoe testen lassen. Bis 2016 sei ATC ausgebucht, so dass jetzt ein Zwei-Schicht-Betrieb geplant ist, um weitere Aufträge annehmen zu können. Im kommenden Jahr soll die Zahl der Ingenieure und Messtechniker von sechs auf acht wachsen, nachdem Jan-Peter Busch, sein Vater Rolf und Dieter Pototzki die Firma zu dritt gegründet hatten. Der Markt ist groß, denn die Kommunikation im Auto, für die Antennen nötig seien, nehme immer mehr zu. Im Innovationsraum hätte ATC auch noch Fläche für eigene Produktion, doch das ist laut Busch angesichts der Auslastung der Prüfstelle im Moment kein Thema: „Dann verlieren wir den Status der Neutralität.“

Die Technologie-Angebote in Itzehoe müssten weiterentwickelt und bekannter gemacht werden, befand Meyer. Wenn Verbindungen hergestellt würden, werde der Bereich für andere Unternehmen, auch größere, interessant. Generell fehle Forschung und Entwicklung in vielen Firmen des Landes – in Itzehoe fänden sie statt, ebenso die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Wissenschaft. „Das ist alles sehr zukunftsträchtig“, urteilte der Minister. Daraus könne mehr gemacht werden.

Auch IZET-Geschäftsführer Professor Dr. Ralf Thiericke verdeutlichte: „Wir sind der größte Technologie-Standort an der Westküste.“ Immer mehr Projekte gebe es im Innovationspark auch zum Thema erneuerbare Energien, unter dem Dach des geplanten Innovatoriums sollen sie gebündelt werden. Meyer erinnerte an die im Frühjahr gestartete Westküsten-Initiative der Landesregierung: Neben Verkehr, Tourismus, Demografie und Fachkräften sowie dem Industrie-Standort Brunsbüttel hat sie auch erneuerbare Energien zum Thema. In Itzehoe werde zum Beispiel viel an Speichertechnologien gearbeitet: „Insofern passt das wunderbar zu diesem Profil.“ Das Ziel ist, bis 2020 aus EU-Mitteln 30 Millionen Euro für die „Tourismus- und Energiekompetenzregion Westküste“ zu gewinnen. Das Programm heißt ITI: Integrale Territoriale Investitionen.

Die Westküsten-Initiative wird begleitet von einem Beirat mit Vertretern aus Verwaltung, Wirtschaft und dem Bildungsbereich. Nicht dabei ist bisher IZET-Leiter Thiericke. Und in Steinburg tagte der Beirat noch nicht – das wird sich wohl bald ändern, wie der Minister deutlich machte.

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