Seemannsmission erweitert Aktionsradius

Leon Meier mit  Werner Leyffer (rechts), der sich um die Schiffsbesatzungen in den Häfen Glückstadt und Wewelsfleth kümmert.  Foto: Kolz
Leon Meier mit Werner Leyffer (rechts), der sich um die Schiffsbesatzungen in den Häfen Glückstadt und Wewelsfleth kümmert. Foto: Kolz

Werner Leyffer kümmert sich um die Schiffsbesatzungen in Glückstadt und Wewelsfleth / Schon 40 Besuche in zwei Monaten

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13. November 2012, 03:59 Uhr

Glückstadt/Bruns- büttel | Die Deutsche Seemannsmission Brunsbüttel betreut nicht nur die Seeleute auf den Schiffen, die Brunsbüttel passieren. Seemannsdiakon Leon Meier ist mit seinen Mitarbeitern auch für die Häfen in Glückstadt und Wewelsfleth zuständig. Doch ist es schwierig, mit der dünnen Personaldecke überall zu sein. In Werner Leyffer hat Meier jetzt einen tatkräftigen Mitstreiter gefunden, der seit zwei Monaten die Schiffe im Glückstädter Hafen besucht und auch nach Wewelsfleth fährt, wo Leyffer die Besatzungen von den Schiffen betreut, die in der Werft zur Reparatur liegen oder, wie die MV Rama, auf die Auslösung warten.

Werner Leyffer ist Schiffsingenieur und hat über 30 Jahre in Hamburg gearbeitet. Er ist zur See gefahren und hat die Arbeit der Seemannsmissionen kennen und schätzen gelernt. "Damals brauchte das Be- und Entladen der Schiffe noch Zeit, und die Mitarbeiter haben uns gegen einen geringen Obolus Land und Leute gezeigt", erzählt er von vergangenen Zeiten. Vor einigen Jahren besuchte Leyffer das Sommerfest der Seemannsmission Brunsbüttel in der Kanalstraße und trat dem Freundeskreis der Seemannsmission bei. "Ich wollte die Arbeit in der Mission unterstützen", berichtet er von seinen Beweggründen.

"Aber wir wissen nie, wie viele Seeleute uns am Tag besuchen", sagt Leon Meier. So sei es schwer gewesen, Leyffer zu festen Zeiten einzuspannen. Mit der jetzigen Lösung ist der Seemannsdiakon mehr als zufrieden. "Für uns optimal, ein großer Gewinn für die Seemannsmission und eine große Hilfe vor Ort", freut sich Meier über den neuen ehrenamtlichen Helfer. Werner Leyffer hat bereits Kontakt zur Hafengesellschaft und zur Wasserschutzpolizei geknüpft. Er versorgt die Seeleute mit Zeitungen und Sim-Karten, organisiert Einkäufe oder meldet Vorkommnisse und Anfragen nach Brunsbüttel weiter. In Glückstadt wird hauptsächlich Zement und Zellulose umgeschlagen, viele Schiffe kommen deshalb regelmäßig in die Elbestadt. "Da lernt man sich kennen und baut Beziehungen auf, kann Bestellungen aufnehmen. So können wir vorsorgen für den nächsten Hafenaufenthalt." In der kurzen Zeit, die er für den Seemannsclub tätig ist, hat er bereits fast 40 Schiffsbesuche absolviert. Allein in Wewelsfleth ist er einmal in der Woche, um sich um die Besatzung der MV Rama zu kümmern.

"Heute sind meistens gemischte Crews an Bord, die sich kaum miteinander verständigen können", hat Werner Leyffer festgestellt. Hinzu kommt die knapp bemessene Liegezeit. Der 73-Jährige sieht die Versorgung mit aktuellen Zeitungen aus der Heimat als große Hilfe für die Matrosen. Unter anderem dafür ist der Erlös des Adventskalenders 2012 gedacht, der von der Deutschen Seemannsmission angeboten wird. Demnächst läuft auch wieder die Aktion "Weihnachten am Ohr" an. Für eine Spende von fünf Euro kann ein Seemann am Heiligen Abend telefonisch Kontakt mit seiner Familie aufnehmen. Auch diese Karten wird Werner Leyffer dann an Bord der im Hafen liegenden Schiffe bringen.

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