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Norddeutsche Rundschau

22. Oktober 2017 | 16:01 Uhr

Lotsenchor : Seemannslieder sind ihr Metier

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Der Lotsenchor Takelure blickt auf eine ereignisreiche Geschichte zurück und feiert im Februar 95-jähriges Bestehen mit ienem großen Konzertabend.

shz.de von
erstellt am 28.Dez.2013 | 16:00 Uhr

Die Takelure wurde als kurbelbetriebenes, akustisches Signalgerät auf Segelschiffen verwendet. Doch nicht nur die Brunsbütteler verbinden mit dem Namen nicht unbedingt den Vorläufer des Nebelhorns. Wer heute von der Takelure spricht, meint den Lotsengesangverein, seit 40 Jahren geleitet von Rolf Ladebusch. Die Sänger steuern geradewegs auf den 95. Geburtstag des Chores zu. Ein Ereignis, dass im Februar gebührend gewürdigt werden soll.

Am 18. Februar 1919 gründeten ein paar musikbegeisterte Lotsen im Hotel Zur Kanalmündung das Lotsenquartett Takelure. Schon bald erhöhte sich die Zahl der Sänger, deren erster Obertakelurist Franz Sieslack war. Ihren ersten offiziellen Auftritt absolvierten die Sänger bei der Enthüllung des Gedenksteins für die gefallenen Lotsen im 1. Weltkrieg an der Lotsenwechselstation in Nübbel. Mittlerweile blickt der Chor auf unzählige Konzerte und viele musikalische Highlights zurück. „Herausragend war sicher die Konzertreise nach Litauen“, erzählt Andreas Kühn, seit 1999 der Obertakelurist. Aber auch ein Auftritt zum Jahrestag der Deutschen Einheit vor dem Brandenburger Tor, bei der Segelolympiade in Kiel-Schilksee und eine gemeinsame Aufnahme mit den Les Humphries Singers sowie Schallplatten und CDs gehören zur Chorgeschichte.

Der „Gesangverein der Lotsenbrüderschaft NOK I zu Brunsbüttel-Koog Takelure“ sang in seiner Anfangszeit nur deutsches Liedgut und traf sich eher zur Geselligkeit. Und auch, wenn während der Kriegszeiten und dem danach einsetzenden Aufschwung in der Schifffahrt kaum gesungen wurde, hielt man am Verein und den Jahresfeiern fest. Erst 1950 kam der Chor zu seinem ersten Shanty. John Jacobsen schrieb „Mein Käpp’n Jonni“ und bot dem Gesangverein das Lied an. Mit viel Engagement und neuem Repertoire nahm 1967 Hans-Otto Waller die Vereinsgeschicke in die Hand. Von nun an wurden fast ausschließlich Shantys gesungen, das erste Laternenfest mit Umzug und Tanz wurde initiiert und zwei Jahre später das 50. Stiftungsfest groß gefeiert. Die Takelure erklang jetzt vierstimmig und spezialisierte sich auf die Arbeitslieder, die früher auf den Großseglern gesungen wurden. 1973 öffnete sich der Chor für die Kollegen der Nachbarbrüderschaft Elbe und nahm die Lotsen als neue Mitglieder auf. Allen anderen Sängern ist die aktive Mitgliedschaft bis heute verwehrt, obwohl der Chor, wie alle anderen Singgemeinschaften auch, einer Überalterung entgegensegelt und neue Mitsänger braucht.

„Wir haben jetzt zirka 230 Mitglieder, davon etwa 30 aktive Sänger“, sieht Andreas Kühn die Singfähigkeit in der Zukunft gefährdet. Doch noch sind die Sänger mit Elan dabei und planen ein großes Lotsenchor-Treffen zum 95. Geburtstag der Takelure. „Zum ersten Mal werden alle deutschen Lotsenchöre zusammen auftreten“, freut sich Kühn auf die Zusagen aus Kiel, Cuxhaven und Hamburg.

Am Sonnabend, 22. Februar, findet ein öffentliches Konzert bei freiem Eintritt in der Pauluskirche statt. Im Anschluss wird die Takelure mit geladenen Gästen in ihrem jetzigen Vereinslokal Zur Traube feiern.

„Die Arbeit mit dem Chor macht Spaß, die Lieder haben immer noch aktuellen Bezug und sind durch Santiano voll im Trend.“ Wobei das Lied „Santiano“ einer der ältesten Shantys ist, den die Takelure in seiner ursprünglichen Form ebenfalls singt.

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