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Norddeutsche Rundschau

24. September 2017 | 08:43 Uhr

Ehrenamt : Sechs Minuten bis zum Großbrand

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Beim Tag der Feuerwehr in Itzehoe zeigten die freiwilligen Helfer ihr ganzes Können. Es war eine Werbung für den Dienst in der Feuerwehr.

shz.de von
erstellt am 08.Jun.2015 | 05:30 Uhr

Ein Kurzschluss am Ladekabel - nur zwei Minuten später brennt das Sofa, auf dem es liegt. Der Rauchmelder piept durchdringend. Der Rauch ist dunkel, der Geruch beißend und die Flammen verströmen unerträgliche Hitze. Nach rund sechs Minuten steht das Wohnzimmer in Flammen, im Deckenbereich liegt die Temperatur bei bis zu 700 Grad. Endlich ist die Sirene der Feuerwehr zu hören.

Was wie ein Horrorszenario klingt, beeindruckte am Tag der Feuerwehr das Publikum. Auf den Malzmüllerwiesen simulierte die Freiwillige Feuerwehr einen Wohnungsbrand in einem Container. Mark Bollhardt hatte die Situation gemeinsam mit seinen Kameraden nur einmal vorher geprobt. „Ich fand es geil“, lobte Imme Hoeft, „Es war interessant zu sehen wie schnell es sich ausbreitet – von so einer kleinen Brandstelle bis es richtig losgeht. Ich möchte das zu Hause nicht erleben.“

Ihr Mann Bernd Hoeft moderierte die Veranstaltung. Christine Schlüter war mit ihrem Sohn Till, 4 Jahre, gekommen: „Till findet die Feuerwehr klasse. Das war schon faszinierend, aber auch erschreckend.“ Aus Sicherheitsgründen fand die Brandvorstellung auf den Malzmüllerwiesen statt, die restliche Veranstaltung auf dem Wochenmarktplatz.

Neben diversen Fahrzeugen und Aktionen zum Schauen, gab es Spielangebote für die Kinder und immer wieder Zeit für Gespräche. Wehrführer Peter Happe erklärte den Sinn des Aktionstages: „Wir möchten möglichst vielen zeigen, was wir können. Vielleicht macht ja der eine oder andere danach mit.“ Den letzten Tag der Offenen Tür hatte die Freiwillige Feuerwehr vor mehr als sieben Jahren veranstaltet. „Viele Eltern nutzten es nur, um ihre Kinder abzugeben und sie abends wieder einzusammeln“, so Happe. An diesem Tag der Feuerwehr zeigte auch die Jugendfeuerwehr ihr Können. 29 aktive Mitglieder hat sie derzeit, darunter zehn Mädchen. „Wer möchte, kann es sich gerne anschauen“, sagte der stellvertretende Jugendfeuerwehrwart Kay Boese, „Interessierte sind willkommen.“

Die Kinder und Jugendlichen ab zehn Jahren treffen sich immer mittwochs von 18 bis 20 Uhr in der Hauptwache. Bürgervorsteher Heinz Köhnke dankte der Frewilligen Feuerwehr und dem DRK für ihre Beteiligung: „Dass beide heute hier sind, finde ich klasse. Die hohe Technik – damit kann man die jungen Leute begeistern.“ Einen Teil dieser Technik zeigten die Feuerwehrleute im Einsatz: Sie befreiten einen Verletzten aus einem Unfallfahrzeug. Mit dem Spreizer lösten sie die Türen aus dem Kleinwagen und konnten den Mann in den wartenden Krankenwagen transportieren.

Ein Stück weiter hob Katrin Panskus ihren zweijährigen Sohn Finn in ein Feuerwehrauto. Hier übernahm Maik Rudnick, Hauptfeuerwehrmann und stellvertretender Gruppenführer, den Kleinen. „Wir stellen heute unsere Fahrzeuge zur Schau. Die Kinder können mal gucken, was da so drin ist. Natürlich wollen wir auch die Angst nehmen. Bei Älteren erklären wir auch mal die Technik und unsere Aufgaben.“ Im Wasser vor dem Rathaus lag ein Boot der Feuerwehr. Gudrun Meers schaute sich gemeinsam mit Enkel Hjalte, 3 Jahre, das schwankende Gefährt an. Der Dreijährige hatte nicht nur Helm und Feuerlöscher dabei, sondern war begeistert. „Es ist ein Feuerwehrfan“, erklärte seine Oma, „Er schaut immer Feuerwehrmann Sam. Und da wir heute Zeit haben und Oma und Opa sind, sind wir natürlich mit ihm hergekommen.“

 

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