Schwitzen auf der Wolfsmeile

Die Country-Songs nutzten Susanne Kästner aus Bollingstedt (re.) und Birte Pense aus Hollingstedt bei Schleswig für ihre Leidenschaft: den Line Dance.
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Die Country-Songs nutzten Susanne Kästner aus Bollingstedt (re.) und Birte Pense aus Hollingstedt bei Schleswig für ihre Leidenschaft: den Line Dance.

Veranstaltung litt am Wochenende unter der großen Hitze / Trotzdem kamen noch tausende Besucher zum Truckerfest

shz.de von
05. Juli 2015, 17:08 Uhr

Auch die „9. Wolfsmeile“ in Hohenlockstedt hatte am Wochenende mit der Hitze zu kämpfen. Die Sonne brannte gnadenlos auf das Gelände nieder, Schatten gab es kaum. Trotzdem kamen tausende Besucher auf das Flugplatzgelände, allerdings waren es weniger Gäste als im Jahr zuvor.

Beim größten Festival dieser Art in Norddeutschland waren an zwei Tagen mehr als 550 Trucks sowie zahlreiche Lkw-Oldtimer und Flugzeuge zu sehen. Und die Teilnehmer machten das Beste aus der Situation. So baute sich die Firma „Trede & von Pein“ aus einem Container und viel Plastikplane einen eigenen Pool, in dem sich auch die Truckerfrauen Katja Heuer und Sylvana Prehn sowie Truckfahrerin Jeannine Tode abkühlten. Den Schatten, den ihre Fahrzeuge spendeten, nutzten die Mitarbeiter der Firma „Werner Jahn Spedition“ dazu, erst einmal Siesta zu machen – mit genügend Trinkwasser und Bier. „Wir feiern auch mit den Kollegen anderer Firmen“, sagte einer der Trucker.

Etwas kleiner als aus den Vorjahren gewohnt, fielen Westernlager und Indianer-Dorf mit „Bürgermeister“ Günther Faust aus. Sabine Dessow aus Itzehoe, Katharina und Wolfgang Matthäi aus Wolfenbüttel sowie Susanne Husfeld und Thomas Gregor aus Wischhafen kamen zwar wie seit sechs Jahren als Cowboy und Indianer verkleidet. Seit sie im vergangenen Jahr aber von mitternächtlichem Hupen, Licht und Lärm der Trucker mit ihren Kindern verschreckt wurden, übernachteten sie nicht mehr auf dem Gelände. Im Indianerdorf mit seinen 15 Zelten gab es wieder Vorführungen mit Hochzeiten, Entführungen, Gerichtsverhandlungen sowie Pfeil- und Bogenschießen für Kinder. „Das macht nicht nur den Zuschauern, sondern auch uns viel Spaß“, sagte „Indianerin“ Tanja Boeck aus Neumünster.

Auf der Musik-Bühne machten abwechselnd die Country-Band „Nashville Tops“ und DJ Tony Tornado Musik. Die Country-Songs nutzten Susanne Kästner aus Bollingstedt und Birte Pense aus Hollingstedt bei Schleswig für ihre Leidenschaft: den Line Dance. Beide sind Mitglied der „Wave Dancer“ im TSV Bollingstedt. „Wir tanzen, bis die Schuhe glühen“, sagte Susanne Kästner lachend.

Einzig der Itzehoer Luftsportverein (ILV) war trotz der Hitze froh, wurde aufgrund des lupenreinen Flugwetters doch eine Rekordzahl an Rundflügen erreicht mit pro Tag mehr als 70 Passagieren, wie der Vorsitzende Bernhard Rösler erfreut mitteilte. „Wir konnten auch vermitteln, dass Fliegen lernen nicht nur etwas für Reiche ist.“

Und er war tatsächlich da: der „Weltmeistertruck“, mit dem die deutsche Nationalmannschaft ihren Titel gefeiert hat. Dieser wurde auch vom Ahrensböker Judoclub, der mit zehn Kindern gekommen war, besichtigt. „Wir wollten uns die Lkw anschauen, und da ist dieser natürlich ein Highlight“, sagte Trainer Matthias Haß, der mit Mutter Kerstin Schild auf die Kinder aufpasste. Veranstalter Peter Wischmann war mit dem Besuch nicht zufrieden. „Erst die große Hitze und dann ein Starkregen, unter dem die Standbetreiber sehr gelitten haben, haben uns die Veranstaltung etwas verhagelt", sagte er. So waren es am zweiten Tag zwar mehr Besucher als am ersten, aber insgesamt doch viel weniger als in den Vorjahren. „Trotzdem freuen wir uns nun auf die 10. Wolfsmeile im kommenden Jahr."

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