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Zwei Tote auf der A23 : Schwerer Unfall auf der Störbrücke Itzehoe - Totgeglaubte lebt doch

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Bei einem Frontal-Crash auf der Itzehoer Störbrücke sind Montagmorgen zwei Menschen getötet worden. Weitere sieben wurden verletzt - die Autobahn war für mehr als vier Stunden voll gesperrt. Anfangs sprach die Polizei von drei Toten - im Krankenhaus wurde festgestellt, dass eine Frau noch lebte.

shz.de von
erstellt am 02.Sep.2013 | 09:20 Uhr

Itzehoe | Zwei Tote und sechs Schwerverletzte – von diesem erschütternden  Ausmaß ahnten Wehrführer Peter Happe und sein Team der Freiwilligen Feuerwehr Itzehoe am Montag noch nichts, als sie gegen 7.20 Uhr zu einem Verkehrsunfall auf der Störbrücke im Zuge der Autobahn 23 ausrückten. Das ganze Drama zeigte sich erst an der Unglücksstelle kurz nach der Anschlussstelle Itzehoe-West: „Es war ein riesiger Chaos-Haufen, alles lag voller Trümmer, mittendrin waren Rettungsassistenten, die jemanden reanimierten und  sich um weinende und schreiende Kinder kümmerten“, beschreibt Happe das Szenario.

Ein mit drei Erwachsenen und vier Kindern besetzter Audi A4 Kombi war auf der Fahrbahn Richtung Norden in den Gegenverkehr geraten und frontal mit einem entgegenkommenden VW Passat zusammengestoßen. In dem Audi starben eine 36-jährige Frau und ihr sechsjähriger Sohn. Der 43-jährige Passatfahrer aus Schenefeld sowie die fünf weiteren Insassen des Audi wurden schwer verletzt – darunter auch eine ältere Frau, die zunächst für tot gehalten worden war. „Auf der Brücke waren zwei Notärzte sowie der Leitende Notarzt im Einsatz“, erklärt Prof. Dr. Arno Deister vom Klinikum Itzehoe. Als diese sich einen Überblick verschafften, seien  bei der Frau keine Lebenszeichen feststellbar gewesen. Zudem seien sehr schwere  Schädel-Hirn-Verletzungen sichtbar gewesen, so dass sie für klinisch tot erklärt wurde. Die Frau wurde später mit dem Wagen eines Bestatters ins Klinikum Itzehoe gefahren. Als sie dort in die Pathologie gebracht werden sollte, wurde festgestellt, dass sie atmet. „Dann lief die ganze Maschinerie an“, so Deister. Ein Anästhesist stabilisierte die Patientin, dann wurde sie zunächst auf die chirurgische Intensivstation gebracht und  aufgrund ihrer schweren Schädelverletzungen schließlich  in die Neurochirurgie in Heide verlegt. „Wir wissen alle nicht, ob womöglich jemand etwas  falsch gemacht hat. Es muss jetzt geklärt werden, was passiert ist“, betont Deister. Er gibt  die Umstände an einem Unglücksort mit so vielen Verletzten zu bedenken: „Es muss geguckt werden: Wer braucht am schnellsten Hilfe? Wem kann man wie helfen?“ Deshalb habe man sich, als die Frau keine Lebenszeichen aufwies, „schnell den lebenden Verletzten zugewandt“.

Weshalb der Audi mit der armenischen Familie, die auf dem Heimweg Richtung Husum war, auf die Gegenfahrbahn geriet, ist noch unklar. An der Unfallstelle wird der Verkehr über die neue Störbrücke geführt. Es steht für jede Fahrtrichtung nur eine Spur zur Verfügung, diese sind baulich nicht voneinander getrennt. Es gilt eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 80 Kilometern pro Stunde.

„Der Bereich der Unfallstelle ist rein rechtlich eine Bundesstraße. Hier gibt es Richtlinien für die Sicherung von Baustellen, die eingehalten wurden“, erklärt Kai-Uwe Schacht, Leiter der Niederlassung Itzehoe des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr. Gegen eine Betonschutzwand, die beide Fahrbahnen trennt, spreche, „dass es bei einem Liegenbleiber oder einem leichten Auffahrunfall immer gleich zu einer Vollsperrung kommt. Das Hindernis kann nicht zur Seite geschoben werden, und der Rettungswagen kommt aus der Gasse nicht so leicht wieder heraus.“ Über die Störbrücke müssten auch Transporte mit Überbreite geführt werden, außerdem müsse der Winterdienst die Brücke räumen können.

Die Verkehrsführung berge keine besonderen Gefahren, sagt auch Werner Heise, Sprecher der Itzehoer Polizei. „Das ist normal, das wird woanders auch gemacht. Wenn man das anzweifeln würde, müsste man auch jede andere Straße anzweifeln.“

Auch Peter Happe sieht „keine besonders gefährliche Stelle“, es sei auch keine Häufung von Unfällen feststellbar. Ein Auffahrunfall mit leichten Verletzten im vorigen Sommer sei dort der letzte Einsatz für die Wehr gewesen.

Nach dem eigentlichen Unfall fuhr eine 34-Jährige aus Stafstedt mit ihrem Kleinwagen in den Audi und wurde  leicht verletzt.  An den drei Autos entstand Totalschaden. Der Gesamtschaden wird auf 32.000 Euro geschätzt. Die A23 war im Bereich des Unfalls bis 12Uhr in beide Richtungen gesperrt.

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