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Norddeutsche Rundschau

22. Oktober 2017 | 16:09 Uhr

Itzehoe : Schweißen lernen für Tansania

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Schüler des Regionalen Berufsbildungszentrums bereiten sich für ihren Einsatz an einer Schule in Ostafrika vor.

von
erstellt am 11.Apr.2015 | 08:06 Uhr

Itzehoe | Zweimal waren Schüler des Regionalen Berufsbildungszentrums (RBZ) bereits im ostafrikanischen Tansania, um dort beim Auf- und Ausbau einer weiterführenden Schule, die vom Verein Verein Rafiki finanziert wird, zu helfen. Anfang 2016 folgt der dritte Besuch. Dafür bereiten sich die jungen Erwachsenen nun vor, absolvieren unter anderem einen Schweiß-Kursus.

Zwölf RBZ-Schüler werden im kommenden Jahr nach Ostafrika aufbrechen. Sie sind angehende Elektroniker für Gebäudetechnik, Mechatroniker oder technische Assistenten. Doch eines haben sie gemeinsam: ihre Einsatzbereitschaft. Denn für die Vorbereitungen opfern sie einen Teil ihrer Freizeit. Seit den Sommerferien lernen die Schüler für ihre Arbeit am Fuße des Kilimandscharo, insgesamt rund 18 Monate lang. „Wer dabei bleibt, der will auch“, sagt Manfred Sallach, Vorsitzender des Vereins „Tansania – Zukunft durch Sonne“ und WiPo- sowie Elektrotechnik-Lehrer am RBZ.

2012 hatten Helfer aus Itzehoe an der Schule in Tansania eine Solaranlage für die Stromversorgung installiert. Anfang 2014 ging es um Wasser: Schüler und Lehrer errichteten eine Zisterne für eine autonome Trinkwasserversorgung. Auch die Aufgaben für den kommenden Besuch stehen bereits fest. So ist unter anderem geplant, eine Biogas-Anlage in Betrieb zu nehmen und die Elektro-Installationen zu überarbeiten. Zudem wollen die Helfer den Einheimischen technisches Know-How vermitteln, mit dem sie bei Störungen in der Lage sind, die Anlagen selbstständig wieder in Betrieb zu nehmen. Und noch eine Aufgabe steht an: Im ersten Stock eines Gebäudes soll ein Geländer angebaut werden, dessen Fehlen Sallach während des jüngsten Besuches aufgefallen ist. „Das müssen wir ändern“, habe er damals gedacht. Dabei gehe es nicht nur darum, gemeinsam mit Facharbeitern und Schülern vor Ort das Geländer anzubringen − viel mehr sollten den Einheimischen auch grundlegende Sicherheitsaspekte vermittelt werden. Denn diese kämen bei der Arbeit häufig zu kurz, so Sallach.

Schweißen − das ist für die RBZ-Schüler Neuland. Alle 14 Tage treffen sie sich deswegen, um unter Anleitung von Lehrer Jens Andresen die Grundlagen zu lernen. Am Anfang stehen einfache Übungen: Etwa eine so genannte gerade Raupe. Oder auch zwei Stücke zusammen schweißen. Eine wichtige Rolle spielen Arbeitsschutz und Unfallverhütung. „Alle sind sehr interessiert und fleißig“, sagt Andresen über die Schüler. So auch die 18-jährige Ronja Haack aus Kellinghusen. Sie war bereits in Tansania, hat dort unter anderem gemauert. „Es ist ein tolles Projekt. Wenn man die Chance dazu bekommt, sollte man sie auch nutzen“, sagt die angehende Abiturientin. Das sieht auch Sebastian Möller aus Oelixdorf so. Der 18-Jährige engagiert sich bereits ehrenamtlich und will dies nun auch in Tansania tun. „Ich möchte die Verhältnisse vor Ort kennenlernen und den Menschen helfen“, sagt er.

Doch der Einsatz an der afrikanischen Schule muss auch finanziert werden. Gut 35 000 Euro werden benötigt. Ein Großteil läuft über Sponsoren und Spenden, auch die Schüler zahlen einen Beitrag. Von einem „besonderen Einsatz“ der Jugendlichen spricht deswegen Lehrer Wolfgang Jakobeit, der ebenfalls mit nach Tansania reisen wird.

Von der Arbeit vor Ort konnte sich auch RBZ-Leiter Klaus-Peter Teske bereits überzeugen. „Es war großartig, was ich dort erlebt habe.“ Arbeitsweise und Einstellung der Helfer seien toll gewesen. „Auch die Stimmung war bestens, alle waren hochmotiviert“, so Teske. Das Besondere an dem Projekt sei, dass direkte Hilfe mit Bildung verbunden werde. „Das macht absolut Sinn“, so der RBZ-Leiter.

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