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Erleichterung : Schwanenpaar hat doch Nachwuchs

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Gelege doch nicht verschwunden: Jetzt tummeln sich fünf Küken im Nest von Wiebeke und Christian IV.

Die Sache mit dem am Rande des Fortuna-Bades vermeintlich verschwundenen Gelege der beiden Glückstädter Schwäne war in Wirklichkeit eine Ente. Am Freitag hatten wir nach einem entsprechenden Hinweis berichtet, dass es aufgrund von Nesträubern in diesem Jahr keinen königlichen Nachwuchs geben werde. Den gibt es nun doch, denn die schmutzig-gelbbraunen und somit zum Nest farbneutralen Eier waren beim Fotoshooting aus sicherer Entfernung nicht auf Anhieb zu erkennen. Besonders erfreulich: Bis Sonnabendmittag waren bereits fünf graubeige Schwanenküken geschlüpft.

Jeweils nur rund 200 Gramm schwer, kuscheln sich die Schwänchen seitdem dicht an das weiße Gefieder ihrer Mutter. Vater Schwan lässt sich nur blicken, wenn sich jemand dem Nest nähert . Mit Drohgebärden und lautem Fauchen verscheucht er jeden Eindringling. Was einen zusätzlichen Grund hat. In Nähe des Nestes liegt eine leere Flasche und etwas Abfall. „Den haben Kinder in Richtung Nest geworfen“, erzählt Alfred Willms. Der frühere Schwimmmeister des Glückstädter Fortuna-Bades war es dann auch, der nach erster Verwirrung das Durcheinander um Eier und Schwäne aufklärte.

„Ich gucke seit Wochen jeden Abend nach Schließung des Freibades zum Nest und füttere die Schwäne“, erzählte Alfred Willms. Weil am Donnerstag noch alles in Ordnung war, zweifelte Willms die in der „Glückstädter Fortuna“ nachzulesende aktuelle Entwicklung von vornherein an. Trotzdem schaute der Glückstädter noch einmal nach. Die sechs seit über einen Monat meist von Mutter Schwan bebrüteten Eier lagen noch im Nest – wenngleich auch etwas versteckt. „Bei einem Ei hatte die Schale schon einen Knacks und heute morgen tummelten sich fünf Winzlinge im Nest“, freute sich der Rentner. Ob und wann Schwan Nummer sechs das Licht der Welt erblickt, ist dagegen noch fraglich, denn das Ei liegt inzwischen etwas abseits vom Muttertier sowie ihrem frisch eingetroffenen Nachwuchs und wurde zumindest am Sonnabendmittag nicht mehr bebrütet.

Wie wird es weitergehen? Als Nestflüchter werden die Küken schon in den nächsten Tagen mit ihren stolzen Eltern vermutlich im Holtenborn herumpaddeln. Nach vier bis fünf Monaten sind die Wasservögel flügge. Ein vollständig weißes Federkleid wird sich dagegen erst nach der Vollmauser im 2. Lebensjahr einstellen. Spätestens dann suchen sich die Jungtiere eigene Reviere und können sich untereinander – elterliche Fürsorge beziehungsweise Geschwisterliebe hin oder her - sogar fürchterlich beharken.

In Glückstadt gibt es genug Platz für ganz viele Schwäne. Und die sind zumindest in den kommenden zehn Jahren programmiert. Höckerschwäne binden sich nämlich auf Lebenszeit. Zudem fühlt sich sich das vom Stadtpark zum Holtenborn umgezogene Schwanenpaar Wiebeke und Christian IV. in Glückstadt offenbar wohl. Andererseits könnten die Alttiere, wenn sie denn wollten, wegen ihrer kupierten Flügel die Elbestadt nur zu Fuß oder schwimmend verlassen – im Gegensatz zu ihrem Nachwuchs.

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