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Norddeutsche Rundschau

18. Oktober 2017 | 08:18 Uhr

Protest : Schulterschluss von SPD und Bauern

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Gemeinsame Forderung bei einer Kundgebung vor dem Rathaus: Schwerlastverkehr und landwirtschaftliche Schlepper müssen auf die B 5

shz.de von
erstellt am 15.Sep.2014 | 05:29 Uhr

Mit Plakaten und Trillerpfeifen machten Bürger und Landwirte auf die Not mit dem Schwerlastverkehr in Wilster aufmerksam. Die örtliche SPD und der Bauernverband hatten zu einergemeinsamen Demonstration aufgerufen, um auf aus ihrer Sicht unhaltbare Zustände hinzuweisen. Sie fordern, den landwirtschaftlichen Schwerlastverkehr über die B5 um den Stadtkern Wilster herumzuleiten.

Eingeladen war neben Kommunalpolitikern auch Dr. Frank Nägele vom Kieler Verkehrsministerium. „Er wird heute nicht kommen aber wir haben gestern telefoniert“, berichtet Natascha Böhnisch von der SPD-Fraktion Wilster. Sie teilte mit, sein Problem sei der 3-spurige Ausbau der B5, aber Nägele wolle eine Lösung mit dem Landrat erarbeiten. „Ich habe ihm sein Versprechen dazu abgenommen und werde ihn bei seiner Ehre packen, wenn er das nicht hält“, verkündete Böhnisch. „Lasst uns dafür kämpfen, damit wir irgendwann den Verkehr hier raushaben!“

„Der Bauernverband und die SPD ist ein eher ungewöhnlicher Bund, aber wir haben ein gemeinsames Ziel“, sagte Nico Hellerich. „Die Bauern sind nicht, wie oft dargestellt, die Prügelknaben!“ Der Vorsitzende des Bauernverbandes Bezirk Wilster zeigte sich enttäuscht, dass nicht mehr örtliche Politiker, vor allem aus der CDU, den Weg nach Wilster gefunden hatten. „Wir tragen Verantwortung für die historischen Gebäude, da steht Geschichte hinter, die wir mit geprägt haben“, so Hellerich. Landwirtschaft blicke längerfristig in die Zukunft und steht zu Traditionen. Er erklärte, dass die großen Schlepper im Schnitt 40 Stundenkilometer schnell und die Wege zu den Flächen weit sind. „Der Verkehr muss auf die B5.“

Auf dem Platz vor dem Neuen Rathaus hatten sich etwa 250 Menschen versammelt, die den Rednern immer wieder mit Beifall den Rücken stärkten und durch Zwischenrufe ihre Zustimmung kundtaten. Peter Micheel sprach die Situation in Krumwehl an, wo die Anwohner schon länger auf eine Geschwindigkeitsbegrenzung warten. „Es dauert nicht mehr lange, bis der erste Tote zu beklagen ist, viele Straßen sind belastbar, aber zu schmal und die Fußgänger sind verraten und verkauft“, fand Otto Andresen harte Worte. „Die Bürgersteige halten die Belastung nicht aus und der Anlieger wird zur Kasse gebeten.“

Aus der Versammlung wurden Rufe nach Bürgermeister Walter Schulz und Kreispräsident Peter Labendowicz laut. „Die Politiker sind von uns gewählt, um unsere Interessen zu wahren, aber das tun sie nicht“, fasste Nico Hellerich seinen Unmut in Worte. „Wir haben die Pflicht als Bürger, dagegen an zu gehen, denn es muss eine Lösung gefunden werden.“ „Wir werden abwarten, aber nicht aufgeben und weiter kämpfen“, beendete Natascha Böhnisch die Kundgebung.

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