Bürgerentscheid in Brunsbüttel : Schulterschluss für Schulneubau

Klares Bekenntnis: Kai Danielmeyer (hinten re.) weiß Elternvertreter der Brunsbütteler Kitas und Schulen auf seiner Seite.
Foto:
Klares Bekenntnis: Kai Danielmeyer (hinten re.) weiß Elternvertreter der Brunsbütteler Kitas und Schulen auf seiner Seite.

Abstimmung am 25. Januar: Der Elternbeirat der Gemeinschaftsschule wirbt auf breiter Front für das von CDU und FDP abgelehnte Vorhaben.

von
09. Januar 2015, 05:28 Uhr

Was er derzeit macht, heißt in der Politik Lobbyarbeit: Kai Danielmeyer, Elternbeiratsvorsitzender der Brunsbütteler Gemeinschaftsschule, ist nahezu täglich in der Stadt unterwegs, wirbt um Stimmen für den Neubau der Schule am Bildungszentrum. Darüber entscheiden die Bürger der Stadt am 25. Januar.

Danielmeyer, selbst Unternehmer in Brunsbüttel, reist umher, spricht mit anderen Selbstständigen, versucht, ihnen die Argumente nahezubringen, die gegen den Verbleib der Schule in dem über 100 Jahre alten Gebäude an der Bojestraße sprechen. Sein Fazit nach vielen Gesprächen: „Die große Mehrheit ist für den Neubau.“

Kein Wunder, meint der Elternbeiratsvorsitzende, schließlich investierten die Betriebe in ihren Standort. Da dürften sie auch erwarten, dass die Stadt als Schulträger ihrem Bildungsauftrag nachkomme und für optimale Unterrichtsbedingungen sorge. Letztlich, so Danielmeyer, seien viele dieser Schüler zukünftige Auszubildende in der Schleusenstadt.

Auch unter den Bürgern wachse das Verständnis für den Wunsch nach einem Neubau. In den Gesprächen gerade mit den älteren Brunsbüttelern gelte es vor allem, die Sorge auszuräumen, die Stadt werde sich mit dem Vorhaben über Gebühr verschulden. 14 Millionen Euro soll die Schule am Bildungszentrum voraussichtlich kosten. Nach Ansicht der Gegner des Neubaus ziehe das auf Jahre zu hohe Folgekosten nach sich, die Stadt werde haushaltspolitisch gelähmt. 1,5 Millionen sind bereits in die Planung geflossen. Geld, das nicht abgeschrieben werden dürfe, sagt Danielmeyer.

Bei den Bemühungen, die skeptischen Bürger zu überzeugen, kann der Elternbeirat der Gemeinschaftsschule offenbar auf breite Unterstützung bauen. Elternvertreter der beiden Grundschulen und der Kitas stellen sich hinter das Projekt am Bildungszentrum. Und auch vom Gymnasium wird Zustimmung signalisiert. Zwar nahm dessen Elternbeiratsvorsitzender Ingo Maaßen am Mittwoch nicht an einem Treffen in der Gemeinschaftsschule teil. Dennoch erklärte er in einem Schreiben: „Der Schulelternbeirat des Gymnasiums Brunsbüttel spricht sich eindeutig für den Neubau der Gemeinschaftsschule in Brunsbüttel und zugleich für den Anbau des Fachklassentraktes in 2015 und die sofortige energetische und akustische Sanierung des Gymnasiums aus.“ Und weiter: „Wir erwarten ein klares Bekenntnis aller verantwortlichen Politiker zum Schulstandort Brunsbüttel.“

Die haben bereits zwei Mal Ja gesagt zum Neubau. Erst im April vorigen Jahres begannen CDU und FDP, Unterschriften gegen den Bau zu sammeln – die Vorstufe für den Bürgerentscheid am 25. Januar. Dann sind 10  900 wahlberechtigte Brunsbütteler aufgerufen, über das Vorhaben abzustimmen.

Die sollen möglichst gut vorbereitet eine Entscheidung fällen. So werden jetzt 15  000 Flyer ausgelegt, auf denen für den seit 2006 diskutierten Neubau geworben wird. Und um die Situation an der Gemeinschaftsschule zu verdeutlichen, wird dort ausnahmsweise am 17.    Januar sonnabends unterrichtet. Von 9.30 Uhr bis 12.15 Uhr haben Interessierte Gelegenheit, sich die räumliche Enge live anzusehen – und können bei Bedarf auch den Weg von der Bojestraße zum Bildungszentrum gehen. Denn dort finden der Sport- und der Technikunterricht der Gemeinschaftsschüler statt.

zur Startseite

Kommentare

Leserkommentare anzeigen