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Norddeutsche Rundschau

24. August 2017 | 13:28 Uhr

Schulterschluss an der Unterelbe

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Logistiker der Metropolregion tagen in Brunsbüttel und setzen auf länderübergreifende Zusammenarbeit der Häfen

Gemeinsam geht es besser – diese Ansicht vertreten die Logistiker aus der Metropolregion Hamburg, die sich gestern am Brunsbütteler Elbehafen zur „Metrolog 2015“ getroffen hatten. Sie sehen in der bundeslandübergreifende Zusammenarbeit die beste Chance im internationalen Wettbewerb. Erstmals wurde diese Konferenz in Schleswig-Holstein ausgerichtet. Der Veranstaltungsort war aus gutem Grund gewählt: Brunsbüttel beherbergt das größte Industriegebiet des Landes mit rund 4500 Beschäftigten. Und der Elbehafen ist, gemessen am Güterumschlag von 12 Millionen Tonnen im vorigen Jahr, bundesweit der sechstgrößte Hafen und damit für Bürgermeister Stefan Mohrdieck ein „Hotspot der Logistik“.

In seiner Begrüßung hatte Dithmarschens Kreispräsident Hans-Harald Böttger deutlich gemacht, dass Wirtschaft, bei allem gewollten Wettbewerb, über den eigenen Tellerrand hinausblicken müsse, um mit der starken internationalen Konkurrenz mitzuhalten. Das wird im Bereich der Unterelbe bereits praktiziert. So treten die Häfen von Cuxhaven über Brunsbüttel und Glückstadt bis Hamburg bereits seit 2009 als „Elbe Seaports“ auf.

Aber, das macht nicht nur Böttger deutlich: „Logistik braucht öffentliche Infrastruktur. Und da gebe es einiges zu tun, bestätigte auch Tillmann Schütt. Der Unternehmer aus dem benachbarten Landscheide vermisst des öfteren den Blick des Landes auf die Westküstenregion. Schütt, dessen Firma im Holzbau europaweit tätig ist und mit 180 Beschäftigten rund 30 Millionen Euro umsetzt, braucht nicht nur die Bahn, die ihm sein Rohmaterial Holz auf das Firmengelände liefert. Er braucht vor allem auch gute Straßenanbindungen. Die B5 hat er in Landscheide vor der Haustür. In einigen Jahren wird für den Transport der riesigen Leimbinder zumindest die Strecke zur A23 in Itzehoe besser ausgebaut sein. Doch der Chef der Gebrüder Schütt GmbH braucht mehr: „Ein Ausbau der B5 von Itzehoe nach Brunsbüttel steht eindeutig auf unserer Wunschliste.“ Denn seine Produkte verlassen die Region zuweilen auch per Schiff.

Schleswig-Holsteins Wirtschaftsstaatsekretär Frank Nägele bestätigte: Infrastruktur sei für die Brunsbütteler Industrie, von ihm gern als „Perle“ bezeichnet, „ganz wichtig“. Dazu gehört für ihn auch die Elektrifizierung des Gleises nach Itzehoe. „Infrastruktur muss zuerst da sein, bevor die Logistiker kommen.“ Dies gelte letztlich auch für den von Brunsbüttel gemeinsam mit den Kreisen Dithmarschen und Steinburg geplanten, 70 Millionen Euro teuren Vielzweckhafen an der Elbe. Schwerindustrie möchte Nägele ins direkte Hafenhinterland locken. Das Beispiel Siemens zeigt jedoch: Nur auf dem Papier entwickelt das Projekt keine Sogwirkung. Der Hafen muss da sein, bevor sich Firmen ansiedeln.

Ein LNG-Terminal beim Elbehafen werde der gesamten Unterelberegion neue Dimensionen bescheren, ist Nägele überzeugt. Mit der Realisierung des durch ein Gutachten bestärkten Vorhabens sei man auf gutem Wege.

Nägeles Hamburger Kollege, Staatsrat Rolf Bösinger, unterstrich die Bedeutung von Kooperationen über Landesgrenzen hinweg. „Entlang der Unterelbe habe wir gute Chancen, uns gemeinsam zu entwickeln.“ Bei aller Kooperation dürften jedoch die eigenen Ziele nicht bedingungslos untergeordnet werden. Wettbewerb sei nötig, erinnerte Bösinger. Nur so werde vermieden, auf der Stelle zu treten und am Ende ins Hintertreffen zu geraten.

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erstellt am 13.Nov.2015 | 11:51 Uhr

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