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AUSBILDUNG : Schulsanitäter – Helfer für den Notfall

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Premiere am Klinikum Itzehoe: 17 Jugendliche der Wolfgang-Borchert-Regionalschule werden als Ersthelfer ausgebildet.

von
erstellt am 24.Mai.2014 | 07:00 Uhr

Ein Junge stürzt auf dem Schulhof und schürft sich das Knie auf, eine Schülerin hat im Mathe-Unterricht einen Kreislaufzusammenbruch, ein Schüler knickt im Sportunterricht um – bei solchen Fällen sind an der Wolfgang-Borchert-Regionalschule künftig die Schulsanitäter zur Stelle. Zwei Tage lang wurden 17 Schüler der Klassenstufen 6 bis 9 am Klinikum Itzehoe ausgebildet.

Praxisanleiter Ralf Rohwedder brachte den Jugendlichen alles bei, was sie für ihre Aufgabe wissen müssen – angefangen von grundlegenden Hinweisen zur Ersten Hilfe, etwa dem Tragen von Handschuhen, um sich auch selbst zu schützen, über die Versorgung verschiedener Wunden bis hin zur Bewusstseins- und Vitalzeichenkontrolle. Neben der Theorie stand dabei auch jede Menge Praxis auf dem Programm. „Wir haben auch viel mit Material gearbeitet und Fallbeispiele durchgespielt“, erzählt Ralf Rohwedder. Auch die Kommunikation im Unglücksfall und Telefonate mit der Rettungsleitstelle wurden geübt. „Alle haben kreativ und aktiv mitgearbeitet“, lobt Rohwedder.

Dabei ging es nicht nur darum, den Schülern das Wissen zu vermitteln. „Wir wollen den Kindern auch die Scheu nehmen“, erklärt Rohwedder. „Sie sollen und dürfen Verantwortung übernehmen, aber sie können sich auch jederzeit an ihren Lehrer wenden. Es wird ihnen keine Verantwortung übergestülpt.“

Die Schüler seien nicht auf sich allein gestellt, betont auch ihr Lehrer Achim Gaitzsch, der das Projekt, das vom Förderverein der Schule unterstützt wird, gemeinsam mit Ralf Rohwedder initiiert und mit seiner Kollegin Merle Koop betreut hat. „Wir wollen sie ganz ruhig heranführen.“ Jeden Tag sollen künftig drei Schüler als Sanitäter eingeteilt sein. „Es soll gleich richtig laufen, die Sanis sollen akzeptiert sein“, so Gaitzsch. Jedes Jahr sollen zudem neue Schulsanitäter ausgebildet werden, so dass die Schulabgänger direkt wieder ersetzt werden können.

„Eine tolle Aktion“, fasst Angelika Dahl-Dichmann, Leiterin der Gesundheits- und Krankenpflegeschule, das Projekt zusammen, das erstmals am Klinikum Itzehoe stattfand. Es sei ein weiterer Baustein der Kooperation zwischen dem Krankenhaus und der Wolfgang-Borchert-Regionalschule. Es sei wichtig, dass die Kinder „etwas mitgenommen haben“, der Rest werde sich in der Praxis finden.

Mit ihrem Einsatz seien die Jugendlichen auf jeden Fall auf dem richtigen Weg, meint auch der Ärztliche Direktor Dr. Michael Kappus. Studien hätten gezeigt, dass Folgeschäden umso geringer ausfallen, je schneller bei einem Patienten die Behandlung einsetzt. Dazu leisteten die Jungen und Mädchen mit ihrer Schulsanitäter-Ausbildung einen wichtigen Beitrag. Und das sei auch für das Selbstbewusstsein eine „tolle Sache“ – erst recht, wenn bald auch die Mitschüler „mitbekommen, was für wertvolle und wichtige Hilfe ihr leistet“.

Einige der Teilnehmer denken dabei auch schon einen Schritt weiter. „Ich möchte sowas irgendwann auch gern beruflich machen“, erklärt Marie (11), warum sie sich freiwillig gemeldet hat. Für sie hat sich der Kurs gelohnt: „Es hat Spaß gemacht. Die praktischen Übungen waren das Beste.“

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