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Elbschule : Schulhof wird viel teuer als erwartet

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Alte Rohrleitungen machen den Planern in Glückstadt einen Strich durch die Rechnung: Statt 51 000 Euro kostet die Sanierung des Schulhofs nun 190 000 Euro.

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erstellt am 07.Okt.2014 | 17:00 Uhr

Ursprünglich sollten nur rund 51 000 Euro in diesem Jahr für die erste Sanierung des Schulhofes der Elbschule in der Königsbergerstraße ausgegeben werden. Jetzt kalkuliert der Schulverband mit rund 190 000 Euro. Die Gründe liegen vor allem darin, dass alte Leitungen anders verlaufen als in den Plänen eingezeichnet und dass der Untergrund nicht besonders tragfähig ist.

Die Sanierung des Schulhofs war laut Daniel Asmus vom Bauamt notwendig, weil bereits Wasser in die angrenzende Hausmeisterwohnung gelaufen war. Früher oder später hätte der Schulhof der Gemeinschaftsschule, die 1968 gebaut wurde, gesperrt werden müssen. Daniel Asmus und Hauke Reimers vom Bauamt entwarfen Pläne für die Sanierung. Doch nach Beginn der Bauarbeiten wurden sie „böse überrascht“: Die alten Wasserleitungen verliefen unter den Gebäuden. „Das ist heute gar nicht mehr zulässig.“ Die vorhandenen Pläne waren vorher nicht eindeutig: „Die Leitungen liefen anders als gedacht“, sagt Asmus. Einiges war gar nicht eingezeichnet. Die alten Anschlüsse mussten gekappt und neue verlegt werden. Laut heutiger DIN-Norm müssen sie vor dem Gebäude liegen und den kürzesten Weg dahin haben.

Hinzukam: Im Bereich vor dem Schulgebäude – hin zur Königsbergerstraße – lagen die Kanalschächte nicht tief genug. Auch dort musste der Boden deshalb aufgerissen werden. Neue Schächte wurden verlegt. Deshalb entschied Asmus, dass der Oberflächenbelag dieses Bereiches gleich mitgemacht wird. Es handelt sich um den Anschlussbereich zu dem zweiten Schulhof, der als Nächstes saniert werden muss.

Weitere Probleme bereitet der Untergrund des Schulhofgeländes: Nach 20 Zentimeter Sand stießen die Arbeiter bereits auf Marschboden. Laut Asmus lehnte es die Firma ab, unter diesen Umständen die Gewährleistung zu übernehmen, sollte nicht tiefer ausgeschachtet werden. 50 Zentimeter tief musste der Boden auf 900 Quadratmeter ausgehoben werden. Alleine die Abfuhr kostete rund 33 000 Euro. Gebaut wurde eine tragfähige Schicht. Wo früher graue Steinplatten lagen, haben Bauarbeiter inzwischen ansehnliche Verbundsteine als Abschluss der Tragschicht gelegt. „Sie sind auch für schwere Fahrzeuge wie Rettungswagen befahrbar“, erklärt Asmus.

Vor Beginn der Sanierung hatten Daniel Asmus und Hauke Reimers ein Konzept vorgelegt, wie der Schulhof neu gestaltet werden kann. In Abstimmung mit der Schulleitung ist darin unter anderem ein Rondell vorgesehen, das mit Bäumen bepflanzt werden soll. Zudem sollen dort Bänke aufgestellt werden.

Dringend notwendig sei auch, dass ein alter Öltank mit einem Fassungsvermögen von 30 000 Litern, aus dem Erdreich entfernt werde. Die Verbindung des Tanks zum Gebäude lässt Feuchtigkeit eindringen. Er soll im zweiten Bauabschnitt entfernt werden. Die Kosten dafür schätzt Daniel Asmus auf rund 35 000 Euro. Die weitere Planung lautet wie folgt: 2015 soll der Rest des Schulhofes saniert werden. 2016 kommt der zweite Schulhof dran, dafür sind zurzeit Kosten von 200 000 Euro veranschlagt.

Die deutlich höheren Kosten für die jetzige Sanierung sorgten unter den Vertretern des Schulverbands für Kritik. Denn sie waren während der Baumaßnahmen nicht über über die Veränderungen informiert worden. Wolfgang Glißmann, Bürgermeister in Herzhorn, erläuterte: Er wolle die Maßnahme und die Kompetenz von Daniel Asmus nicht in Frage stellen. Es ginge allein darum, dass die Mitglieder des Schulverbandes rechtzeitig hätten informiert werden müssen. Dies dürfe nicht mehr vorkommen, waren sich Glißmann und weitere Bürgermeister einig. Kollmars Bürgermeister Dr. Klaus Kruse regte an, künftig den kurzen Weg über das Telefon zu nutzen – „ohne große Formalitäten“.

Der Vorsteher des Schulverbands, Bürgermeister Gerhard Blasberg, gestand, dass er das Problem der weiteren Finanzierung so nicht gesehen habe. Er nahm den Vorschlag von Dr. Kruse an und versprach, dass dies künftig anders gehandhabt werde. Dass es so gelaufen sei, habe er zu verantworten.

 

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