Richtfest : Schule feiert unter dem Riesenzelt

Rund 80 Schüler und Gäste kamen zum Richtfest in den neuen naturwissenschaftlichen Fachraum in die Klosterhofschule.
Rund 80 Schüler und Gäste kamen zum Richtfest in den neuen naturwissenschaftlichen Fachraum in die Klosterhofschule.

Richtfest für den Erweiterungsbau der Klosterhofschule: Naturwissenschaftlicher Fachraum soll im Sommer fertig sein. Kosten: eine Million Euro.

Kay Müller von
23. Januar 2015, 05:06 Uhr

Etwas fehlt beim Richtfest im Erweiterungsbau der Klosterhofschule. „Wo ist die Buddel?“, fragt Zimmerer Jan-Markus Nagel, der den Richtspruch aufsagen will. Denn niemand hat an den unvermeidlichen Korn nebst Schnapsglas gedacht, das bei einem Richtfest traditionell zerschmissen wird. Doch schnell ist Ersatz beschafft. Eine Flasche Sekt und ein Wasserglas, das kurz darauf zerspringt, müssen herhalten.

Doch bekanntlich bringen Scherben Glück. Ansonsten wird gefeiert. Schulleiter Gerd Freiwald steht auf den Scherben und sagt: „Wir haben lange darauf gedrängt, dass wir diesen neuen naturwissenschaftlichen Fachraum bekommen. Umso dankbarer sind wir, dass er nun kommt, denn er war dringend nötig.“ Der alte Physikraum stammt aus den 70er Jahren, er wurde zu zwei Klassenräumen umgebaut. Darüber ist jetzt der 140 Quadratmeter große Rohbau fertig geworden. Konrektor Horst Schlemminger kann vor seinem geistigen Auge schon sehen, wie er einmal in fertigem Zustand aussehen wird. Das Prunkstück wird ein zwei Quadratmeter großes Smartboard, das wie ein überdimensionales Smartphone an der Wand hängen und per Wischbewegung gesteuert wird. „Das ist ein Quantensprung“, sagt Schlemminger. Versuche können mit speziellen Kameras gefilmt werden, das Bild wird an die elektronische Tafel übertragen. Jeder der 30 Plätze in dem Raum habe eine Energieversogung, es wird Waschbecken geben genauso wie einen Abzug, der Gase, die bei Versuchen entstehen, zuverlässig ins Freie befördern soll. In einem eigenen Vorbereitungsraum werden Chemikalien und Gerätschaften gelagert.

Die Baustelle an der Klosterhofschule ist die einzige in der Stadt, auf der unter einem Wetterschutzdach gearbeitet wird. „Damit konnten wir ungestört von Wind und Wetter von November bis jetzt durcharbeiten“, sagt Architekt Carl Holdorf. Dadurch seien die Arbeiten sehr beschleunigt worden. Die vormontierte hölzerne Dachkonstruktion wurde mittels eines großen Krans durch die geöffnete Plane auf den Bau gesetzt. „Jetzt werden wir noch das Dach decken, dann haben wir die größten Arbeiten hinter uns“, so Holdorf. Das Schwierigste sei es, den Bau während des laufenden Schulbetriebs zu leisten. „Denn unter der Baustelle findet ja Unterricht statt – und auch der Schulhof wird ja nicht nur von Baufahrzeugen genutzt.“ Wenn alles nach Plan läuft, soll die Erweiterung in den Sommerferien komplett fertig sein. Im nächsten Schuljahr sollen die ersten Kinder dort unterrichtet werden.

Rund eine Million Euro hat der Bau die Stadt gekostet, inklusive des Umbaus des alten Raums, in dem zwei neue Klassenräume geschaffen wurden. „Ich bin besonders froh, sagen zu können, dass wir als Stadt Itzehoe in den vergangenen fünf Jahren rund 26 Millionen Euro in unsere Schulen investiert haben“, sagt Bürgervorsteher Heinz Köhnke. „Damit marschieren wir auf die 30-Millionen-Marke zu und haben alle Schule auf einem hohen Niveau.“

Bürgermeister Andreas Koeppen: „Das macht hier alles einen hervorragenden Eindruck. Das lässt Gutes erwarten für die Zukunft.“ Und der fröstelnde Schulleiter ergänzt: „Dann werden wir auch eine Heizung haben.“ Die meisten der 444 Schüler der Klosterhofschule haben den eisigen Termin ohnehin mit einem anderen getauscht. Sie sind zum Schlittschuhlaufen in der Eishalle Brokdorf.

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