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Norddeutsche Rundschau

20. November 2017 | 03:33 Uhr

Hennstedt : Schule feiert 50-jähriges Bestehen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Große Feier in Hennstedt mit Musik, Tanz und Gesang geplant. Einweihung erfolgte im Februar 1966.

Zahllose Geburtstagsständchen erklangen in ihren Klassenzimmern. Jetzt wird ein Hoch auf die kleine Dorfschule ausgebracht: Seit 50 Jahren lernen Kinder dort für das weitere Leben. Gefeiert werden soll der Geburtstag am Freitag, 13. Mai, im Kreis von Schülern, Lehrern, Eltern und Gästen. Im Rahmen einer Revue mit Tanz und Gesang werden Schüler die vergangenen Dekaden vorüberziehen lassen.

Lied- und Gedichtvorträge umrahmten auch die Einweihung der „Dörfergemeinschaftsschule“ im Februar 1966. In den Jahren dazwischen hatte die Schule so manchen Sturm zu überstehen. Durch das neue Schulgesetz und schrumpfende Schülerzahlen drohte zuletzt sogar das Aus. Ein schlüssiges Schulkonzept sowie der Anschluss an die Grundschule Brokstedt sorgten jedoch für den weiteren Erhalt. „So konnten wir in sicherem Fahrwasser unseren Schulgeburtstag vorbereiten“, sagt Schulleiterin Heike Reese.

Anfang der 60er Jahre war deutlich geworden, dass die althergebrachten, oft einklassigen Dorfschulen ausgedient hatten. Weder konnten sie mit neuen pädagogischen Konzepten Schritt halten, noch boten sie ausreichend Raum für sich wandelnde Anforderungen. „Außerdem standen vielerorts erhebliche Renovierungs- und Umbaumaßnahmen an“, erklärt Reese. Aus diesen Gründen beschlossen die Gemeindevertreter der Dörfer Hennstedt, Poyenberg, Lockstedt und Wiedenborstel eine gemeinsame neue Schule in Hennstedt zu bauen. Silzen entschied sich zunächst gegen einen Beitritt, weil der Bau einer Dörfergemeinschaftsschule in Hohenwestedt in Aussicht gestellt war und die Gemeinde – wie auch Peissen – zur dortigen Kirchengemeinde gehört.

In Hennstedt ging es derweil voran. Im Februar 1964 wurde der Schulverband Hennstedt und Umgebung gegründet. Im August lag das Kostenangebot in Höhe von 326  000 Mark auf dem Tisch. Wegen der raschen Umsetzung hatte sich der Verband für eine Fertigbauweise entschieden. Doch so zügig wie zunächst angenommen, konnten die Schüler ihr neues Schulhaus nicht beziehen. Statt Ostern 1965 füllte sich das Gebäude erst nach den Herbstferien mit Leben. Schon Ende Oktober erhielt die Schule eine Küche mit drei Kochnischen. Im November folgten ein Fahrradständer sowie drei Tischtennisplatten „um in den Wintermonaten im bescheidenen Umfange“ Sport in der Pausenhalle treiben zu können. Nach der Installation der Skulptur „Knabe mit Stock“ des Marner Steinbildhauers Paul Heinrich Gnekow erfolgte im Januar 1966 schließlich die Einweihung. Für Unruhe sorgte kurz darauf der geplante bundeseinheitliche Schulstart nach den Sommerferien und damit die Frage der Kurzschuljahre. 133 Schüler füllten damals die Klassenzimmer. Als 16 weitere durch den Beitritt von Silzen zum Schulverband Hennstedt hinzu kamen, musste im Büchereiraum eine neue Oberklasse eingerichtet werden.

1973 sorgte eine neue Gymnastikhalle für ordentlich Bewegung. Rund zehn Jahre nach der Einweihung wurde Hennstedt zur reinen Grundschule mit 98 Kindern. Die Hauptschüler mussten fortan zur Schule nach Hohenlockstedt fahren. Zurückgehende Schülerzahlen führten Ende der 80er Jahre zur Diskussion um den Erhalt des Schulstandorts. „Aber Mitte der 90er kamen wieder mehr Kinder, und alle waren froh, dass es die Grundschule Hennstedt gab.“

Nach einer umfassenden Gebäude-Sanierung übernahm Heike Reese 2004 die Schulleitung von der Vorgängerin Marie-Luise Kuschel. Die aktuell 73 Schüler fühlen sich sichtlich wohl in ihrer kleinen Schule. Jahrgangsübergreifend unterrichtet werden die Erst –bis Viertklässler von fünf Lehrern und einer Lehrerin im Vorbereitungsdienst. Besonderer Wert wird auf die musische Erziehung gelegt. „Jährliche Kunst-Projekte oder Musicalaufführungen eröffnen den Kindern unterschiedliche Möglichkeiten, ihre Talente zu entdecken“, sagt Reese. Sehen lassen können sich zudem Schul- und Schmetterlingsgarten, die von den Schüler im Freiluftunterricht gepflegt werden.



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