Schuldnerberatung kommt nach Kellinghusen

von
16. Juni 2014, 16:04 Uhr

Einkaufen bis zum Umfallen – die Konsumgesellschaft bietet unendliche Verlockungen. Auto, Reise, Smartphone, Glotze und Klamotten sind häufig nur eine Unterschrift weit entfernt. Immer mehr Menschen erfahren offenbar den Kater des allzu üppig und sorglos genossenen Konsumrauschs: Das böse Erwachen, wenn das Einkommen nicht mehr reicht, um die Schulden zu bezahlen.

Hilfe und Beratung bietet in solchen Fällen die Schuldner- und Insolvenzberatung von Steinburg Sozial im Verbund der Diakonie. Im Sozialausschuss berichteten die Vertreterinnen Sibylle Schwenck und Sonja Mohr über einen Service, der sich längst auf alle Altersgruppen erstreckt und zum Teil nur nach langen Wartezeiten gewährt werden kann. „Auch junge Leute geraten schnell in eine Schuldenfalle, aus der sie ohne professionellen Beistand nicht mehr herauskommen“, erklärte Schwenck.

Damit es gar nicht erst zu der misslichen Lage einer Überschuldungssituation kommt, sind die Beraterinnen auch präventiv an Schulen unterwegs. Aufklärungsarbeit sei unter anderem bereits in der örtlichen Gemeinschaftsschule geleistet worden, so Schwenck.

In den Sozialausschuss gebeten hatte Vorsitzender Henning Schlüter (BFK) die Fachfrauen jedoch aus einem anderen Grund. Diskutiert werden sollte die Einrichtung einer ständigen Sprechstunde zur Schuldner- und Insolvenzberatung vor Ort. Auf Anregung des städtischen Seniorenbeirats (SBR) war das Thema schon in der vorvergangenen Sitzung angeschnitten worden. Die Anfahrt zur offenen Beratungsstelle in Itzehoe bilde für viele Menschen eine enorme Hemmschwelle, unterstrich SBR-Chef Burkhard Ehlers jetzt erneut. Geringe Geldmittel, aber auch Zeitmangel – wie etwa im Falle Alleinerziehender, hielten Klienten davon ab, die dringend benötigte Beratung in Anspruch zu nehmen. Außerdem sprach Ehlers die Unterbringung in Itzehoe im vierten Stock ohne Fahrstuhl an.

Schlüter pflichtete bei: Zusätzlich zu den Beratungsstellen in Itzehoe und Glückstadt wären monatlich eine oder zwei Sprechstunden im Amt Kellinghusen wünschenswert. Zumal die kostenfreie Schuldner- und Insolvenzberatung von Land und Kreis finanziert werde. Bei Steinburg Sozial lief er damit offene Türen ein. Auch sie seien positiv eingestellt, dezentrale Stellen anzubieten, erklärte Schwenck sich grundsätzlich bereit, eine weitere Außenstelle einzurichten. Nur erkannt werden dürfe sie im Sinne der Ratsuchenden nicht. In diesem Punkt hatte Schlüter bereits vorgearbeitet. Das Büro könne als eines von vielen Angeboten im Mehrgenerationenhaus (MGH) angesiedelt werden. Einzelheiten zur weiteren Vorgehensweise werden die Steinburg Sozial- Vertreterinnen mit Stadtjugendpfleger Karsten Hanstein und MGH-Vertreter Helmut Priebe besprechen.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen