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Drohende Überalterung : Schützenvereine auf Schrumpfkurs

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die Schießsportler sehen sich der schweren Aufgabe gegenüber, neue Mitglieder zu gewinnen.

shz.de von
erstellt am 24.Apr.2017 | 11:00 Uhr

Die Mitgliederstruktur überaltert, Nachwuchs nicht in Sicht: Auch die Schützenvereine im Kreis Steinburg müssen sich mit Mitgliederschwund auseinander setzen. So musste der Vorsitzende des Kreisschützenverbandes Steinburg, Günter Voß („Poyenberger Eicheschützen“) bei der Hauptversammlung in seinem Bericht auch für das vergangene Jahr einen Rückgang konstatieren.

Am 62. Kreisschützentag im „Störkrug“ in Willenscharen hielten 51 Teilnehmer aus 18 Vereinen Rückschau und planten das kommende Jahr. Die Veranstaltung fand zuletzt an dieser Stelle vor 36 Jahren statt.
Der stetige Rückgang an Mitgliedern wurde deutlich an der Entwicklung seit 2005 (1588 Mitglieder): Aktuell zählen die Vereine 997 Schützen. Im Vergleich zu 2015 war das ein Minus von 39 Mitgliedern. „Im vergangenen Jahr mussten wir 107 Abmeldungen beklagen“, so Voß, „dem standen aber nur 68 Anmeldungen gegenüber.“ Die Schützen bekämen sowohl altersbedingt als auch wegen strafferer Gesetze keine neuen Mitglieder, so seine Einschätzung. Voß: „Mit zwölf Jahren, wenn sie bei uns erst anfangen dürfen, sind viele schon in anderen Vereinen aktiv.“

Der Entwicklung ungeachtet sei es für den Verband wieder einmal ein ereignisreiches Jahr gewesen, das „durch sportliche Erfolge und großes ehrenamtliches Engagement“ geprägt war. In zahlreichen Sitzungen wurden die Rahmenbedingungen für die sportlichen Wettkämpfe festgelegt.

Mitte April wurde das Landes-Leistungs-Zentrum (LLZ) in Kellinghusen eröffnet. „Dort wurden hauptsächlich die Kreismeisterschaften für die Kugeldisziplinen ausgetragen. An fünf weiteren Orten fanden die Kreismeisterschaften in den Kugeldisziplinen statt. Zwei Vereine waren Ausrichter bei den Bogenschützen“, berichtete Voß.

Was ihm erneut negativ auffiel, waren die sinkenden Gästezahlen bei den Schützenbällen. „Es ist daher nicht verwunderlich, dass 2017 wahrscheinlich nur noch sieben Schützenbälle stattfinden werden“, erklärte er enttäuscht. Immerhin: „Finanziell kann für das vergangen Jahr ein Überschuss verzeichnet werden.“

Auch die Ehrengäste gingen auf die Situation der Schützen ein. Amtsvorsteher Clemens Preine betonte, dass allgemein Vereine weniger Mitglieder hätten. „Die Jugend hat oft andere Interessen, und das Hobby Schießen ist zeitaufwendig bei Pokalschießen und Punktbetrieb. Ich habe mich hingegen immer gefreut, dass ich das erleben durfte.“ Bürgermeister Harm Thun brach eine Lanze für die Schießsportler: „Es gibt einige Vereine im Dorf. Die Schützen sind einer der wichtigsten.“

Bei den anstehenden Wahlen wurde Kreisvorsitzender Günter Voß für seine fünfte Amtszeit seit 2002 bestätigt. Die weiteren Ämter: Kreisschatzmeister ist Hauke Buttmann (MSC Siethwende), Kreisausbildungsleiter Holger Kummich (Glückstäder Schützenngilde ), Kreisstaffelleiter Hans-Peter Moeller (Eicheschützen Poyenberg) und Kassenprüfer Frank Schulczewski (Schützenverein Wilster).

Die silberne Ehrennadel des Norddeutschen Schützenbuundes erhielten die Glückstädter Schießgemeinschaft (Meike Sierck, Claus-Jürgen Postel und Hans-Peter Tiessen), die Poyenberger Eicheschützen (Antje Voß) und die Lola Sportschützen (Reimer Hein und Jens Grasfeder). Die goldene Ehrennadel bekamen die Wallberg-Schützen (Elisabeth Buchholz, Ralph Baldauf und Welf-Georg Buchholz).


Info: www.ndsb-sh.de

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