Nach der Explosion in Itzehoe : Schützenstraße: Warten auf den Abriss

Starke Schäden: Bürgermeister Dr. Andreas Koeppen vor den Häusern Schützenstraße 2 und 4 (links), die abgerissen werden. Doch zunächst muss die Nummer 1 auf der gegenüberliegenden Seite direkt neben dem Unglücksort stabilisiert werden.
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Starke Schäden: Bürgermeister Dr. Andreas Koeppen vor den Häusern Schützenstraße 2 und 4 (links), die abgerissen werden. Doch zunächst muss die Nummer 1 auf der gegenüberliegenden Seite direkt neben dem Unglücksort stabilisiert werden.

Mit der Beseitigung der Unglücksspuren in der Itzehoer Schützenstraße sollen auch die Anlieger zurück zur Normalität finden. Die Sanierung im übrigen Viertel geht voran.

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16. Juni 2014, 17:00 Uhr

Itzehoe | Drei Monate sind vergangen seit der Explosion in der Schützenstraße – doch das schreckliche Unglück ist noch immer allgegenwärtig. Wo einst das Haus mit der Nummer 3 stand, liegen noch immer die Trümmer, dahinter gibt die Ruine des Hinterhauses ein trauriges Bild ab. Die umliegenden Häuser sind abgeriegelt, die Fenster mit Platten vernagelt. Ein Bauzaun sperrt das Gebiet ab, Schilder verbieten den Durchgang und warnen vor der Einsturzgefahr.

Von Normalität ist die Situation noch weit entfernt. Das schlägt auch den Nachbarn auf die Stimmung. „Die Explosion hat mein Leben sehr gestört“, sagt eine Anwohnerin. Sie muss auch heute noch Beruhigungstabletten schlucken, um mit der Situation klar zu kommen. Die stetige Erinnerung durch die Unglücksstelle macht es nicht besser. Wenigstens ihr eigenes Haus hätte sie gerne wieder auf Vordermann gebracht. Doch auch das geht schleppend voran. „Die Versicherung macht Ärger“, sagt sie. Auch, dass es keine Erklärung für die Katastrophe gibt, belastet sie.

Zumindest im Umfeld werde sich bald etwas tun, verspricht Bürgermeister Dr. Andreas Koeppen. „Die Häuser Nummer 2 und 4 sollen definitiv abgerissen werden.“ Das hätten die Eigentümer mit ihren Versicherungen geklärt. Eigentlich sollten schon vorige Woche die Vorarbeiten beginnen. Doch es gibt ein Problem: „Die Abrissbirne kann erst kommen, wenn das gegenüberliegende Haus Schützenstraße 1 stabilisiert ist. Dort ist die Standfestigkeit gefährdet“, erklärt Koeppen. „Offenbar werden die Vorgänge zusammengepackt.“ Koeppen hofft, dass in dieser Woche damit gestartet wird.

„Wir haben mit allen Eigentümern gesprochen und sind weiterhin in Kontakt“, sagt der Bürgermeister. So weiß er auch, dass die Nummer 5 wieder saniert werden soll. Koeppen freut das. „Wir sind sehr daran interessiert, dass hier wieder Wohnungsbau entsteht.“ Für die Betroffenen und die Menschen in der Nachbarschaft sei es wichtig, dass wieder ein Stück weit Normalität einkehrt. „Sie können den Anblick nicht mehr ertragen.“

Auf dem Gelände, auf dem das Unglückshaus stand, wird es dagegen wohl keine neue Wohnbebauung geben. Wenn die Trümmer beseitigt sind, würde Koeppen dort gerne eine Gedenkstätte einrichten. „Etwas Angemessenes“, sagt er. „Ich fände es richtig, wenn wir als Stadt immer am Jahrestag der Katastrophe gedenken würden.“

Auch städtebaulich sei es wichtig, dass sich in dem Viertel etwas tue. „Es ist Sanierungsgebiet, wir wollen ja auch hier mit der Umgestaltung weitermachen“, sagt Koeppen. Bis kurz vor dem abgesperrten Bereich wurde die Straße von der Kasernenstraße aus bereits modernisiert. Neues Pflaster ist verlegt, die neuen Laternen stehen, die Bereiche für die Straßenbäume sind angelegt. Und auch in der Kasernenstraße kommt die Baufirma gut voran. In rund zwei Wochen soll dort alles fertig sein.

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