Schülerprojekt gegen Handygewalt

Gewaltbarometer: Jonna und Wiebke lernen, brenzlige Situationen richtig einzuschätzen.
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Gewaltbarometer: Jonna und Wiebke lernen, brenzlige Situationen richtig einzuschätzen.

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04. Oktober 2013, 05:00 Uhr

„Sich selbst schützen und andere respektieren“ ist das Motto, unter dem ältere Schüler ihren jüngeren Mitschülern einen fairen und verantwortungsvollen Umgang mit Handy und Internet vermitteln wollen. An dem Präventionsprojekt „Keine Handygewalt“, initiiert vom Kinder- und Jugendschutz Schleswig-Holstein e.V., nimmt unter anderem die Auguste-Viktoria-Schule (AVS) teil.

Das Projekt wurde 2007 zunächst als Pilotvorhaben für eine landesweite Schülergruppe gestartet. In den darauf folgenden fünf Jahren haben bereits 30 Schulen aus Schleswig-Holstein teilgenommen.

Anlass dafür waren Fälle von Gewaltvideos, die von Schülern produziert und über Handy und Internet verbreitet wurden. Inzwischen hat das Thema durch die Smartphones als selbstverständliches Kommunikationsmedium für Schüler eine neue Brisanz gewonnen. Handyverbote allein helfen nicht – Förderung des Einfühlungsvermögens und die Auseinandersetzung mit dem, was verletzend ist und ausgrenzt, sind gefragt, möglichst noch bevor es zu Gewaltvorfällen kommt.

Auch an der AVS funktioniert das Projekt jahrgangsübergreifend: Die Neuntklässler Jannik Bothern, Nele Loos, Merle Witt und Svenja Böge waren Dienstag und Mittwoch als Handy-Scouts in den fünften Klassen unterwegs, um dort in jeweils drei Zeitstunden Themen wie Gewalt, Handy-Nutzung und Handymissbrauch zu besprechen. Zuvor haben sie sich an fünf Tagen intensiv in einem Seminar in Lütjenwestedt mit dem Thema Gewalt und Medien befasst und Video-Clips gegen Handy-Gewalt und Cyberbullying gedreht, die sie als Unterrichtsmaterial für die fünften Klassen einsetzen.

„Das Projekt ist ziemlich gut angekommen“, berichteten Merle und Nele. Svenja und Jannik stellten fest, dass sich die Zehnjährigen meist sehr gut mit sozialen Netzwerken auskannten, ebenso mit Handy-Mitteilungsdiensten. Um so wichtiger sei die Aufklärungsarbeit, die das Projekt leistet.

Die Schüler lernten einiges darüber, „was man im Internet machen darf und wo man vorsichtig sein sollte“, erklärte Jördis (10). Georg (10) ergänzte: „Wenn ich einen Account bei Facebook erstellen möchte, weiß ich jetzt, welche Angaben ich lieber nicht machen sollte und wie ich ein sicheres Passwort erstelle – das finde ich gut.“




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