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Norddeutsche Rundschau

18. August 2017 | 16:42 Uhr

Kunst-Projekt : Schüler vom Profi inspiriert

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Unterricht mit echtem Künstler: Künstler Manuel Zint bereitet mitBrunsbütteler Regionalschülern eine Ausstellung in der Stadtgalerie vor.

Kunst-Projekt: Der Itzehoer Künstler Manuel Zint arbeitete in der Regionalschule Brunsbüttel und steckte die 5. Klasse mit seiner Fabulier-Leidenschaft an.

Zusammen mit Kunst- und Klassenlehrerin Simone Hennings ließen sich 25 Schüler begeistern von möglichen, aber doch erfundenen archäologischen Funden in der Elbmündung, von denen der Künstler berichtete. Er präsentierte dazu Knochen, Zähne und Metallwerkzeug – allesamt Funde aus der Vorzeit, die Fischern vor über 100 Jahren ins Netz gegangen waren – möglicherweise jedenfalls. Davon inspiriert, modellierten die Schüler eigene Funde aus Ton und druckten Plakate mit selbst entworfenen Fantasie-Urtieren. Höhepunkt der Woche war der Bau eines Riesen-Skelettes. Mit hohem Geräuschpegel und kreativem Chaos werkelten die Kinder unter Zints Anleitung im Kunstraum unterm Dach der Schule.

Auch Kunstlehrerin Simone Hennings war mit vollem Eifer dabei: „Eine tolle Sache, die Herr Zint sehr gut vorbereitet hat.“ Silke Eikermann-Moseberg, Leiterin der Stadtgalerie im Elbeforum, hatte die Finanzierung ermöglicht, denn sowohl die Sparkassenstiftung Schleswig-Holstein und das Kultusministerium als auch die Kulturstiftung Itzehoe trugen die Kosten. „Wir sind wahnsinnig dankbar dafür“, freut sich die Galerieleiterin.

In Kleingruppen bauten die Kinder Formen aus Pappe: Oberschenkel, Becken, Brustkorb oder auch Schädel. Bei ihrem Besuch in der Schule erkannte die Leiterin der Stadtgalerie voller Freude in Mika (11) ein ehemaliges KunstKind wieder, das sie im Vorschulalter schon im Rahmen der museumspädagogischen Vermittlungsarbeit der Stadtgalerie ein Jahr lang an Kunst herangeführt hatte. Er setzte mit Max (12) mit einer Heißklebepistole einzelne Wirbel aus Pappteilen zusammen. „Mir bringt es total Spaß – und wir haben kein Englisch“, grinste er. In Eimern verkneteten einige die Tonmasse mit Wasser zu Schlicker. Auf die fertigen Papp-Formen aufgetragen ergab sich daraus eine spröde, rissige Oberfläche – gerade richtig für einen 100 Jahre alten, fiktiven Fund aus dem Flussgrund. Dieses Projekt berührte viele Bereiche: Es ging um Archäologie, Anatomie, aber auch um verschiedene künstlerische Techniken und immer wieder um Teamwork.

Mit eigenen Bildern und Installationen stellt Manuel Zint zurzeit in der Stadtgalerie im Elbeforum unter Beweis, dass er die Kunst des Fabulierens beherrscht: Themen wie „Die letzte Eiblumenmalerin“ oder „Die Reisetagebücher des Kann Yu“ enthalten einen fiktiven Kern, werden aber umrankt von realen oder möglichen Fakten. Dorthin führte er die Projektklasse am letzten Tag, um ihr seine Arbeiten zu zeigen.

Bevor Silke Eikermann-Moseberg am Sonntag, 18. Mai, um 15 Uhr anlässlich des Internationalen Museumstags mit Manuel Zint in der Stadtgalerie ein öffentliches Gespräch führt, eröffnet sie um 14.30 Uhr im Bereich direkt vor der Galerie eine Präsentation der Schülerarbeiten aus der Projektwoche mit Ton-Artefakten, Plakaten und dem großen Skelett.

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