Bildung : Schüler unterrichten Schüler

Eine der Versuchsaufbauten für den Unterricht in der Orientierungsstufe, die Lissa Reichhart (li.) und Stephanie van der Loo zusamengestellt haben. Fachbereichsleiter Dr. Ralf Witt lässt sich von den Schülerinnen das Experiment erklären.
Foto:
1 von 2
Eine der Versuchsaufbauten für den Unterricht in der Orientierungsstufe, die Lissa Reichhart (li.) und Stephanie van der Loo zusamengestellt haben. Fachbereichsleiter Dr. Ralf Witt lässt sich von den Schülerinnen das Experiment erklären.

Metropolregion: Bildungsprojekt EVAT nach drei Jahren erfolgreich beendet. Brunsbütteler Gymnasium wird dies auch weiterhin anbieten.

von
21. Juni 2014, 16:05 Uhr

Ein auf drei Jahre angelegtes Bildungsprojekt der Metropolregion Hamburg ist gestern am Brunsbütteler Gymnasium offiziell zu Ende gegangen. Dennoch soll EVAT (Entdecken, Verstehen, Anwenden, Transferieren) an der Schule fortgesetzt werden. Ein gutes Ergebnis, denn die Metropolregion hat sich dies für das Gymnasium der Schleusenstadt sowie die beiden übrigen Projektschulen, die Gymnasien Bondenwald (Hamburg) und am Kattenberge (Niedersachsen) insgesamt 110 000 Euro kosten lassen, Brunsbüttels Eigenanteil betrug 10 000 Euro.

EVAT sah vor, dass Schüler der achten bis elften Klassen eigene Beiträge für den Chemieunterricht in der Orientierungsstufe entwickeln – und dort dann die entsprechenden Stunden auch eigenverantwortlich halten.

Ein Konzept, das nicht zuletzt dank der beiden Projektpartner Sasol in Brunsbüttel und Pohl-Boskamp in Hohenlockstedt voll aufgegangen sei, bilanzierte Fachbereichsleiter Dr. Ralf Witt. Zwei Klassen waren in dem Bildungsprojekt aktiv, haben über 30 Unterrichtseinheiten entwickelt und vor jüngeren Schülern gehalten. Behandelt wurden Themen wie Unterdruck, Kälte oder Lotuseffekt. „Ein ganz breites Spektrum“, so Witt.

Das Ergebnis sei beeindruckend, befand Schulleiter Hans-Walter Thee gestern bei der Abschlusspräsentation. „Sie können absolut stolz sein“, lobte er die Schüler. Die seien selbstbewusst aufgetreten, hätten sich eigene Themen erarbeitet. Dazu haben die Mittelstufenschüler zusätzliche Stunden neben dem regulären Unterricht in Anspruch genommen. Eine gute Sache, sich so in eine Thematik zu vertiefen, meinte der Oberstudiendirektor. Denn, so Thee: „Was man sich selber erarbeitet, um es anderen beizubringen, das bleibt haften.“ Ralf Witt bestätigt: „Die Schüler werden selbstständig, können eigenständig arbeiten und gewinnen Selbstvertrauen.“ Die Schüler der beiden Eingangsjahrgänge profitierten ebenfalls, sagt Witt. Denn sie lernten auf diese Weise etwas, das so nicht auf dem Lehrplan stehe.

Kein Wunder, dass beide Pädagogen unsiono erklären, das Projekt solle als Wahlpflichtfach fortgesetzt werden, auch wenn sich die Metropolregion nun nicht mehr beteiligt. Fast wichtiger noch: Die beiden bisherigen Partner Sasol und Pohl-Boskamp bleiben im Boot. Witts Ziel lautet denn auch: „Wir wollen das nachhaltig für die Orientierungsstufe machen.“ Die Stoffmenge soll dabei ab dem kommenden Schuljahr erhöht werden, um noch mehr Unterrichtsbeiträge leisten zu können. Das 9. Schuljahr wird diese Arbeit fortsetzen.

Überzeugt davon, dass sich die Mühe gelohnt habe, sind auch Lissa Reichhart und Stephanie van der Loo. Die Erfahrungen mit den Präsentationen im Unterricht seien hilfreich bei eigenen Referaten. „Das war anstrengend, hat aber auch viel Spaß gebracht“, fasst Stephanie zusammen. Und, so die 15-Jährige: „Am Ende hat es uns auch ein bisschen stolz gemacht, wenn es funktioniert hat.“

Was die beteiligten Mittelstufenschüler alles an Experimenten erarbeitet hatten, stellten sie gestern noch einmal im Chemieraum vor. Von der Themenvielfalt waren auch die Gäste der Abschlussveranstaltung begeistert.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen