Itzehoe : Schüler sagen Nein zu Rassismus

Die Schüler der Klasse 6b bezogen mit selbstgemalten Plakaten Stellung gegen Rassismus.
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Die Schüler der Klasse 6 b bezogen mit selbstgemalten Plakaten Stellung gegen Rassismus.

Mehr als 1000 Jugendliche beschäftigen sich bei zwei Projekttagen an der Auguste-Viktoria-Schule mit Diskriminierung in allen Formen.

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30. Januar 2015, 05:00 Uhr

Itzehoe | Wie man Diskriminierung und Rassismus in all seinen Facetten erkennt und verhindert − darum ging es bei zwei Projekttagen an der Auguste-Viktoria-Schule (AVS) an denen mehr als 1000 Itzehoer Schüler teilnahmen. Bei Workshops und Diskussionsveranstaltungen wurden Themen wie „Rassismus im Alltag“, Altersdiskriminierung und Rechtsradikalität besprochen. Zudem gab es Lesungen und Vorträge. Die Projekttage sind Teil der Initiative „Schule ohne Rassismus − Schule mit Courage“, zu der die AVS seit dem vergangenen Jahr gehört.

Zwölf Dozenten waren ins Gymnasium gekommen, unter ihnen Johanna Sigl aus Hamburg. Die Soziologin ist im Forschungsnetzwerk „Frauen und Rechtsextremismus“ aktiv. Sigl brachte Schülern des achten Jahrgangs die Erscheinungsformen des Rechtsextremismus näher, stellte Vorurteile der Realität gegenüber. „Ich möchte zur Auseinandersetzung mit dem Thema anregen, denn man kann nur etwas dagegen tun, wenn man sich eine Meinung gebildet hat“, so Sigl. Zudem wolle sie die demokratische Einstellung stärken und das Bewusstsein der Schüler für Zivilcourage fördern.

Im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung beschäftigten sich die Studenten Paul-Hermann Rutz und Philipp Kröger mit Rassismus als alltäglichem Phänomen. „Wir wollen die Schüler in die Lage versetzen, Rassismus zu erkennen“, sagte Rutz. Dafür besprachen die Schüler Beispiele aus dem Alltag. Fazit: „Man sollte sich nicht eine Meinung über einen Menschen bilden, ohne auf den Charakter einzugehen“, sagte etwa die 14-jährige Fee. Anschließend besuchten die Schüler gemeinsam mit den Studenten die Ausstellung „Demokratie stärken − Rechtsextremismus bekämpfen“, die in der Aula der Schule aufgebaut war.

Sportlich ging es in der Guttenberghalle zu. Dort waren die Basketball-Spieler Johannes Konradt, Jonathon Williams, Renaldo Dixon und Jeff Wherry von den Sport-Club Itzehoe Eagles aus der 2. Basketball-Bundesliga ProB zu Gast. 25 Sechstklässlern der AVS und 15 Kindern aus der Klasse Deutsch als Zweitsprache (DaZ) an der Fehrs-Schule zeigten sie verschiedene Basketball-Übungen. Maßgeblich gestaltet wurden die zwei Stunden von Johannes Konradt, der gerade an der AVS sein Abitur macht. „Hintergrund ist, dass die Kinder ins Gespräch kommen mit den Eagles-Spielern und den Kindern aus der DaZ-Klasse“, sagte Christina Klapdor. Diese sind teils ein Jahr in Deutschland, teils gerade erst angekommen und können noch kein Wort Deutsch. „Aber im Sport spielt das keine Rolle“, sagte Anke Shoukry, Leiterin der DaZ-Klasse. „Da kann man sprachliche Schwierigkeiten gut überwinden.“

Zu Gast an der AVS waren auch zwei Familienklassen der Steinburg-Schule. Seit mehr als 20 Jahren besteht bereits eine Kooperation zwischen den Bildungseinrichtungen. Zudem nahmen Schüler des Werner-Heisenberg-Gymnasiums aus Heide an den Projekttagen teil, um sich Anregungen für eine ähnliche Veranstaltung an ihrer Schule zu holen.

Organisiert haben die Projekttage die Schülerinnen Sara Sobhe (18) und Paula Tönshoff (19). „Die Schüler sollen sich mit verschiedenen Arten von Diskriminierung auseinandersetzen“, so Sara Sobhe. Allein die Tatsache, dass es die Anti-Islam-Bewegung Pegida gebe, sei Grund genug, sich gegen Diskriminierung im Alltag einzusetzen. Unterstützung erhielten die Schülerinnen von den Lehrerinnen Frauke Looft und Sigrun Schmidt. „Es macht großen Spaß, mit den Schülern die Inhalte des Projekts zu erarbeiten“, sagte Looft. Das sei nicht nur wegen Pegida sinnvoll − sondern wegen jeder Diskriminierung.

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