Software-Challenge : Schüler programmieren intelligenten Pinguin

Testen Spielzüge vorab am Brettspiel: Yannick Josuttis (li.), Hanna-Sophie Fischer und Michael Thomsen von der Gemeinschaftsschule in Kellinghusen.
Testen Spielzüge vorab am Brettspiel: Yannick Josuttis (li.), Hanna-Sophie Fischer und Michael Thomsen von der Gemeinschaftsschule in Kellinghusen.

Jugendliche aus Itzehoe und Kellinghusen nehmen an der Software-Challenge der Christian Albrecht Universität Kiel teil. Dabei müssen sie einen virtuellen Pinguin programmieren.

shz.de von
02. Mai 2015, 08:30 Uhr

Jeden Tag fiebern Tim Hatken (18), Thore Sommer (15) und Michel Borwick (16) mit ihrem Pinguin. Unterstützt von Mathematik- und Physiklehrer Dr. Frank Lechtenberg beteiligen sich die Schülergruppe des Berufsbildungszentrums (Tim Hatken) und der Kaiser Karl Schule (alle anderen) an einem Programmierwettbewerb der Christian Albrecht Universität Kiel (CAU). Erstmals macht auch ein Team einer Gemeinschaftsschule mit. Der Informatikkursus des 12. Jahrgangs der Gemeinschaftsschule Kellinghusen nimmt mit sechs Schülerinnen und zwölf Schülern an dem Wettbewerb teil.

Unzählige Stunden haben sich die Schüler beider Teams mit nur einer Frage beschäftigt: „Wie könnte der beste Spielzug aussehen?“ Was sie tun, ist mehr als ein Computerspiel zu spielen. Zum Schuljahresbeginn haben beide Teams aus Itzehoe und Kellinghusen vom Institut für Informatik der CAU eine Grundspielfigur gestellt bekommen, einen Pinguin, den sie nun Runde für Runde mit der Programmiersprache Java füttern. Die Spielfigur soll im Spiel wie ein Schachcomputer voraussehen können, wie der Gegner wohl reagiert und selbstständig eine Partie „Hey, Danke für den Fisch“ bestreiten können, so heißt das Spiel aus dem Heidelberger Spieleverlag, das den Jung-Programmierern als Vorlage dient.

Jeden Tag schicken die Teams ihre „intelligente“ Spielfigur in den Ring: „In Kiel steht das Stadion, wo sich alle Spieler versammeln“, erklärt Lehrer Lechtenberg. Dann muss sich der Pinguin der KKS-Gruppe, ebenso wie derjenige aus Kellinghusen gegen einen von insgesamt 24 teilnehmenden Schülergruppen aus ganz Deutschland behaupten. Es gibt nur einen Unterschied zwischen den Teams: Die Gemeinschaftsschüler mit ihrer Lehrerin Christine Böteführ mussten sich für das Projekt von Null auf in die Programmiersprache einarbeiten. Anders als die Gymnasiasten hatten sie Java zuvor nicht im Unterricht. „Ich finde das mutig“, lobt Schulleiter Gerd Christian Thielmann den Kellinghusener Informatikkursus. Um trotzdem stark dabei zu sein, haben sich die Kellinghusener in Strategen und Programmierer aufgeteilt. Das findet Thielmann „Clever!“. Hinter dem Programmierwettbewerb steckt jedoch mehr als ein Spiel. „Ziel der Software-Challenge ist es, gute Leute nach Kiel zu holen“, so die Projektverantwortliche Ulrike Pollakowski (CAU). Für die Schüler geht es um ein Stipendium über 300 Euro für zwölf Monate mit Einschreibung in einen Technik- oder Informatikstudiengang an der Kieler Universität. Bis zu 100 Stipendien können vergeben werden. Als Teampreis locken Geldgewinne bis zu 1000 Euro. Das Team der KKS hat gute Chancen darauf. Schon jetzt stehen sie in der Rangliste auf Platz 5. Kellinghusen rangiert auf Platz 21. Bis zum 15. Mai müssen beide ihre Stellung verteidigen oder ausbauen. Dann entscheidet sich, welche acht im Finale am 12. Juni in Kiel antreten.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen