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Norddeutsche Rundschau

21. August 2017 | 10:50 Uhr

Itzehoe : Schüler lernen im Kinosaal

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Bei der Schulkinowoche werden Filme für alle Altersklassen gezeigt. Ein Filmpädagoge begleitet zwei Vorführungen und spricht mit den Schülern über den Inhalt.

Wie erzählt ein Film eine Geschichte? Und mit welchen Mitteln arbeitet er dabei? Um diese und weitere Fragen ging es gestern bei zwei Kinoseminaren, an denen mehr als 100 Schüler aus Itzehoe und Umgebung teilnahmen. Die Veranstaltung war Teil der Schulkinowoche, zu der in dieser Woche gut 2000 Schüler von 17 Schulen bis heute aus dem gesamten Kreis Steinburg ins Itzehoer Kino kommen.

„Rico, Oskar und die Tieferschatten“ lautete der Titel des Films, den sich die Neun- bis Zwölfjährigen gestern Vormittag anschauten. Dabei geht es um einen sehr begabten Jungen namens Rico, der Probleme bei der Bewältigung seines Alltags hat. Eines Tages begegnet er dem ebenfalls hochbegabten Oskar. Beide Jungen sind auf ihre Art etwas anders und speziell, passen aber prima zusammen. Als ein Kindesentführer alle in Angst und Schrecken versetzt und gleichzeitig der kleine Oskar verschwindet, macht sich Rico auf die Suche nach seinem neuen Freund.

„Die Kinder sollen unter anderem Empathie lernen“, sagte Dr. Martin Ganguly. Der Filmpädagoge sprach im Anschluss an die Vorführung mit den Kindern über den Film und stellte ihnen Fragen. Ziel sei es, Inhalt und Filmsprache zu analysieren, so Ganguly, der unter anderem für die Filmpädagogik bei der Berlinale zuständig ist.

„Das ist eine tolle Möglichkeit, auch mal im Nachhinein über einen Film zu sprechen“, sagte Lehrerin Annika Schliemann von der Klosterhof-Schule. Da es an der Bildungseinrichtung eine Integrationsklasse gebe, in der sich sehr begabte, lernschwache und sozial auffällige Schüler begegnen, passe das Thema des Films gut, so Schliemann.

An fünf Tagen − von Montag bis heute − werden im Itzehoer Kino insgesamt fünf Filme gezeigt. Das Angebot reicht von „Pettersson und Findus“ für die Klassenstufen eins bis drei bis zu „Disconnect“, einem Film über den Einfluss moderner Kommunikationstechnologien für Schüler ab 14 Jahren.

Die Schulkinowochen sind ein bundesweites Angebot zur Filmbildung, das es seit 2002 gibt. Projektleiterin für Schleswig-Holstein ist Kirsten Geißelbrecht. „Angefangen haben wir mit 11 000 Schülern“, berichtete sie. In diesem Jahr gab es 63 000 Anmeldungen. Die angebotenen Filme lassen sich in verschiedene Unterrichtsfächer und Themenbereiche integrieren. „Die Lehrer erhalten Unterrichtsmaterial zur Vor- und Nachbereitung“, erläuterte Geißelbrecht. Zudem werde versucht, so häufig wie möglich Begleitveranstaltungen wie die Kinoseminare anzubieten.

Die Karten für die Vorstellungen kosten 3,50 Euro pro Schüler, Lehrer haben freien Eintritt. „Die Kinowoche gibt es schon seit vielen Jahren“, berichtete Kino-Leiterin Grit Buscher. „Ich finde das Angebot toll, zumal auch anspruchsvollere Filme gezeigt werden.“ Unterricht im Kino sei etwas Besonderes und eine schöne Abwechslung für Schüler.

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erstellt am 28.Nov.2014 | 05:00 Uhr

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