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Flüchtlingshilfe in Glückstadt : Schüler kümmern sich um Migranten

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Arbeitsgemeinschaft des Detlefsengymnasiums in Glückstadt bietet in der Landesunterkunft Freizeitgestaltung für junge Flüchtlinge.

Hier hat sich beispielhaft eine Initiative junger Menschen gegründet, die sich vorbildlich um Integration und Zusammenleben bemüht. Vor etwa 18 Monaten schlossen sich Schüler aus dem Oberstufen-Jahrgang des Detlefsengymnasiums zu einer Arbeitsgemeinschaft (AG) zusammen. Ihr selbst gewähltes Ziel: Die Betreuungsdienste des DRK im Ankunftszentrum Glückstadt in der ehemaligen Kaserne zu unterstützen. Und zwar in der Freizeitgestaltung der Kinder- und Jugendbetreuung.

Etwa 55 Kinder vieler Nationalitäten im Alter zwischen sechs und 15 Jahren – die so genannten Camp Kids – gilt es dort zu betreuen, mit ihnen zu spielen, basteln, malen, Aktionen veranstalten, Ausflüge unternehmen und ganz viel mehr. An Ideen mangelt es nicht. Aber das Engagement der jungen künftigen Abiturientinnen und weniger männlicher Mitglieder reicht noch darüber hinaus.

Innerhalb einer Woche im Juli sammelten die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Sach- und Geldspenden für die geflüchteten Kinder. Spielzeug, Schultaschen, Kleidung, sogar Fahrräder fanden sich bei den Spenden. Und auch einiges an Bargeld. So ermöglichte die AG ihren Schützlingen den begeistert angenommenen Besuch im Hüpfburgenpark an der Docke, Freibad-Aufenthalte oder – ganz profan – die Reparatur des Kickertisches. Und in diesen Tagen brachten sie noch ein ganz besonderes Geschenk mit. Ein kleines Trampolin, das die Flüchtlings-Kinder mit großem Hallo und spontanen Sprungübungen in Beschlag nahmen.

„Nicht nur den Kindern machen diese wöchentlichen Besuche sehr viel Spaß; alle Mitglieder der AG freuen sich jedes Mal über die strahlenden Gesichter“, wertet Sabine Glockow als DRK-Ehrenamtliche den Einsatz der AG. Denn die „Kids“ entscheiden mit den DRK-Betreuerinnen, was auf dem Plan steht: Basketball, Nägel lackieren, basteln – alles geht. Und die jungen AGer sind mit acht DRK-Betreuerinnen dabei. Die Motivation der junge Menschen im Alter zwischen 16 und 18 Jahren für dieses Engagement? Dazu sagt Greta Gehr als eine der Sprecherinnen der insgesamt etwa 17-köpfigen Arbeitsgemeinschaft: „Es ist toll, mit Kindern spielen zu können. Aber wir übernehmen auch eine Verantwortung und tragen sie gerne, um Kindern und auch uns eine Freude zu machen.“ Greta Gehr hat bereits ihr Abitur gemacht. So wie auch Kaja Warnke, deren Idee diese Gemeinschaft vor etwa zwei Jahren war und die sie auch umsetzte.

Seitdem werden ständig neue Mitglieder gesucht. Greta Gehr: „Auch Jungen und Mädchen aus der Mittelstufe können sich einbringen.“ Und sie werden Spaß haben, aber auch Verantwortung fühlen, wenn sich bei Ausflügen und Rundgängen Kinderhände in die vertrauten Hände der fast Erwachsenen schieben, wenn in fast gutem Deutsch oder perfektem Englisch von Freunden oder Familie erzählt wird. Spannende Geschichten mitten aus dem Leben von Kindern, die es genießen, einfach nur Kinder sein zu können – beschützt und behütet.

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