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Gymnasium Brunsbüttel : Schüler entwickeln „junge“ Pralinen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Wirtschaftsprojekt im 13. Jahrgang: Gymnasiasten wollen „Küstensmoothies“ zur Marktreife bringen.

Sie heißen „Grüner Caramel-Tee-Trüffel“, „Kiba-Würfel“, „Erdbeer-Rhabarber-Trüffel“ und „Waldfrucht-Joghurt-Trüffel“. Als „Küstensmoothies“ könnten diese vier Pralinen womöglich bald die Produktlinie des Brunsbütteler Unternehmens Wagner ergänzen. Ausgetüftelt haben sich Schüler des Gymnasiums der Schleusenstadt diese Eigenkreationen. Jetzt wollen sie sich dem Geschmacksurteil potenzieller Kunden stellen und ihre Pralinen von einem breiten Publikum verkosten lassen.

Seit April vorigen Jahres befassen sich die Schüler schon mit dem Brunsbütteler Familienunternehmen. Den Rahmen dazu liefert der von Schulleiter Hans-Walter Thee geleitete Kursus Wirtschaft und Politik. Mit den Großen aus dem Industriegebiet arbeitet das Gymnasium immer wieder mal zusammen. Die Pralinenmanufaktur aus dem Gutenbergring ist als mittelständisches Unternehmen ein neuer Projektpartner. Dessen Geschäftsführer Jörg Wagner ist begeistert vom Engagement des 13. Jahrgangs. Die 21 Schüler haben im Laufe der vergangenen elf Monate nicht nur das aktuelle Programm von Wagner unter die Lupe genommen, sondern sich intensiv damit befasst, eine „junge“ Linie zu entwickeln.

Zwei von insgesamt sechs Geschmacksrichtungen blieben auf der Strecke, die anderen vier „Küstensmoothies“ wurden gemeinsam mit Jörg Denker, dem Produktentwickler bei Wagner, komponiert. Bis auf eine Praline mit weißer Schokolade haben die anderen einen hohen Kakaoanteil. Allen gemeinsam ist der fruchtbetonte Geschmack, der sich auch im Namen widerspiegelt.

Nebenher machten sich die Gymnasiasten Gedanken um den jeder Packung beiliegenden Flyer, entwarfen selbst eine Grafik. Jetzt naht der spannende Moment: Wie kommt ihre Idee beim Konsumenten an?

Dazu gibt es sechs Verkostungstermine, fünf in Dithmarschen, der letzte ist in Hamburg bei Karstadt an der Mönkebergstraße – laut Wagner mit einer der bedeutendsten Süßwarenabteilungen in Deutschland. Und dann auch noch an dem Wochenende vor Muttertag, zeitlich eingebettet in den Hamburger Hafengeburtstag.

Dass die Schüler dort tatsächlich zur Pralinen-Probe bitten dürfen, sei nicht dem „Welpenschutz“ zu verdanken, wie Schüler Marvin Elies vermutete. „Die wollen da Umsatz machen“, betonte Jörg Wagner. Zeit für nette Spielereien gebe es dort nicht. Es sei offenbar das Konzept des schulischen Promotion-Teams, das die Einkäufer bei Karstadt überzeugt habe. Die Termine im Meldorfer Teespeicher, bei Edeka Oeser in Eddelak (beide 24. März), in der Tee-Burg in Burg sowie bei Frauen im Neuen Zentrum in Brunsbüttel (beide 8. April), der Confiserie in Heide (15. April) und eben in Hamburg am 4., 6. und 7. Mai haben die Schüler selbst abgemacht. Ein eigenes Filmteam wird die Aktionen begleiten.

Sollte den „Küstensmoothies“ Erfolg beschieden sein, überlegt Wagner, diese junge Linie in sein Programm aufzunehmen. Nicht umsonst, wie er betonte. Dann werde der Förderverein oder die Abi-Feier davon profitieren.

Dass die Schüler nebenher bei ihrem Projekt auch noch einen ganz anderen Aspekt der Wirtschaft erleben konnten, war im April vorigen Jahres gar nicht absehbar: die vorläufige Insolvenz der Pralinenmanufaktur.

Hans-Walter Thee zollt seinem Kursus ein ganz dickes Lob: „Die Schüler haben jetzt Abitur und wären dann eigentlich mit dem Projekt fertig. Dass sie das noch weiter verfolgen, ist einfach großartig.“

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erstellt am 08.Mär.2016 | 06:29 Uhr

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