Bildung : Schüler beraten die Ministerin

Die Schülerberater Meite Büttler, Patrick Fedder, Vanessa Grünberg, Bjarne Simon und Vanessa Gergert (v.l.) erklären Verbraucherschutz-Ministerin Sabine Sütterlin-Waack, worauf man beim Druckerkauf achten sollte.
Die Schülerberater Meite Büttler, Patrick Fedder, Vanessa Grünberg, Bjarne Simon und Vanessa Gergert (v.l.) erklären Verbraucherschutz-Ministerin Sabine Sütterlin-Waack, worauf man beim Druckerkauf achten sollte.

Sabine Sütterlin-Waack vom Unterrichtsangebot an der Gemeinschaftsschule Wilster stark beeindruckt.

shz.de von
15. Mai 2018, 05:05 Uhr

Die Ministerin zeigte sich tief beeindruckt: Geduldig ließ sich Sabine Sütterlin-Waack von zwei Siebtklässlern erklären, was man bei der Anschaffung eines Druckers alles beachten sollte. Patrick Fedder und Bjarne Simon hatten sich bestens vorbereitet. Die beiden Jungen gehören zur neuen Generation von Verbraucherschutz-Beratern, die derzeit an der Gemeinschaftsschule Wilster darauf vorbereitet werden, ihre Mitschüler vor Konsumfallen zu bewahren. „Genau, wie wir uns das vorstellen“, urteilte die außer für Justiz, Europa und Gleichstellung auch für Verbraucherschutz zuständige Ministerin gestern bei einem ausgiebigen Besuch der Modellschule.

In Wilster ist Verbraucherschutz fester Bestandteil des Unterrichts, was der Schule – wie Leiterin Marlis Krumm-Voeltz hervorhob – einen guten Ruf bei Lehrkräften, Eltern, aber auch den Schülern selbst beschere. Die für diesen Schwerpunkt zuständige Lehrerin Dorothea Venzke ergänzte: „Verbraucherschutz gibt es bei uns pro Woche in vier Unterrichtsstunden. Dazu kommen noch Präventionsprogramme.“ An den meisten anderen Schulen, so wagt sie den Vergleich, fehle dafür entweder des pädagogische Fachpersonal oder es sei einfach das Bewusstsein für dieses wichtige Thema noch nicht vorhanden. Dabei ist die Gemeinschaftsschule auch thematisch sehr breit aufgestellt. Die Palette bei der Verbraucherbildung reicht vom Alltagsleben über die Berufsorientierung bis hin zu ganz praktischen Dingen wie einem Energiekonzept für die Schule oder die Pflege des Schulgartens. Nebenbei kann auch noch ein Unternehmensführerschein erworben werden. „Der macht sich in jeder Bewerbung gut“, weiß Lehrerin Natascha Böhnisch.

Trotz aller Auszeichnungen ist die Gemeinschaftsschule (rund 400 Schüler, 36 Lehrkräfte) nicht frei von Sorgen. So habe man immer noch Mühe, Lehrkräfte an einen Standort an der Westküste zu locken. Aktuell gebe es Bedarf in den Fachbereichen Französisch, Musik, Textillehre, Chemie, Physik – und bei der Neubesetzung der Schulleiterstelle. Die einzige dafür vorliegende Bewerbung war im Schulleiter-Wahlausschuss abgelehnt worden. Marlis Krumm-Voeltz hat deshalb eine weitere Verlängerung ihrer Amtszeit bis zum Jahresende beantragt. Mit Blick auf die Planungen für das neue Schuljahr – vom Personal bis hin zur Gestaltung der Stundenpläne – hofft sie auf eine baldige Entscheidung in Kiel. „Beim letzten Antrag habe ich fünf Monate lang gewartet.“ Ministerin Sütterlin-Waack will ihre Bildungskollegin Karin Prien auf das Problem ansprechen. Dann hatten wieder die jungen Verbraucherschützer das Wort. Sie haben die Schulleitung auch schon mal bei der Anschaffung einer Waschmaschine oder ihre Mitschüler bei der Suche noch gesunder Faschingsschminke beraten.

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