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Norddeutsche Rundschau

24. Oktober 2017 | 10:11 Uhr

Bildung : Schüler beeindrucken Steinmeier

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Delegation aus Wilster präsentiert dem Bundespräsidenten bundesweit einmaliges Verbraucherprojekt der Gemeinschaftsschule.

„Wer kann das schon von sich behaupten: Wir haben mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und dem Ministerpräsidenten Daniel Günther die Hände geschüttelt und mit ihnen persönlich geredet!“ Drei Schülerinnen der Gemeinschaftsschule Wilster – Jane Schröder, die inzwischen zur AVS Itzehoe gewechselt ist, sowie Jana Lindemann und Ina Förthmann – haben beim Antrittsbesuch des Bundespräsidenten in Schleswig-Holstein den hochrangigen Politikern ihr Projekt der Verbraucherbildung als Schulfach an der Europa-Universität in Flensburg vorgeführt.

Die Wilsteraner Delegation wurde den Gästen von Professorin Ulrike Johannsen vom Uni-Institut für Gesundheits-, Ernährungs- und Sportwissenschaften und der Abteilung Ernährung und Verbraucherbildung“ mit dem lobenden Attribut „Das ist unsere Star-Schule!“ angekündigt. In Gesprächen mit der Schülergruppe aus Wilster zeigten sich Steinmeier und Günther tief beeindruckt. Dem Bundespräsidenten war es Neuland, über das Schulfach Verbraucherbildung zu hören.

Die Gemeinschaftsschule Wilster unterrichtet das Fach Verbraucherbildung durchgängig in allen Jahrgangsstufen von der 5. bis zur 10. Klasse. „Das ist einmalig in ganz Deutschland“, betonte die Fachlehrerin für Verbraucherbildung, Dorothea Venzke, bei einem Fazit nach Rückkehr der drei Mädchen aus Flensburg.

Den Besuchern hatten sie ein sogenanntes Roll-up, ein selbst skizziertes Bild von den Phasen ihres Projekts „Verbraucherbildung kann ein Meilenstein sein für Schulentwicklung mit handlungsorientiertem Lebensweltbezug“ vorgestellt. Dazu Dorothea Venzke: „Unsere Schülerinnen erwerben in der Verbraucherbildung in allen Jahrgängen frühzeitig Fähigkeiten und Kenntnisse, die man zur Bewältigung des täglichen Lebens braucht.“ Das Unterrichtsfach nimmt pro Woche zwei Stunden in Anspruch. Die Teilnahme ist freiwillig, doch muss der eigentliche Unterricht dieser zwei Stunden nachgearbeitet werden.

Schulleiterin Marlies Krumm-Voeltz erinnerte daran, dass die Verbraucherbildung schon 2009 an der Gemeinschaftsschule ins Leben gerufen wurde. 2013 wurde daraus das öffentlich geförderte Leuchtturmprojekt. Unterstützt von der Verbraucherzentrale und von der Deutschen Stiftung für Verbraucherschutz, sind die drei „Vorzeigeschülerinnen“ inzwischen so weit gerüstet, dass sie ihr Wissen an die Kinder der Wolfgang-Ratke-Schule Wilster weitergeben. „Wir haben gelernt, frei zu reden, kommen zu mehr Selbstbewusstsein und sammeln schon früh wertvolle Erfahrungen“, bestätigt Ina Förthmann und nannte als Beispiel den Umgang mit Geld, Kenntnisse über Lebensmittelkennzeichnung und Herkunft der Produkte, Rohstoffe und Recycling. „Die Informationen liefern wir, die Entscheidung trefft ihr“ lautet ein Wahlspruch, den sie an die Grundschüler ebenso weitergeben wie an ihre Mitschüler der Gemeinschaftsschule, die sie in den Unterrichtspausen beraten – beispielsweise über Handy und Handyverträge. Eine Idee für die Zukunft ist auch die öffentliche Verbraucherberatung, die man vielleicht zentral im Amt Wilstermarsch anbieten könnte. „Sie sollen nichts verkaufen, sondern nur beraten“, schwächte Dorothea Venzke ab und wies auf die nächste Ausbildungsrunde an der Gemeinschaftsschule hin, die im November mit 16 Teilnehmern anläuft.

Das in Flensburg vorgestellte Projekt befasste sich unter dem Stichwort „MoKi / Money and Kids“ mit der Unterrichtung der Grundschüler, wie sie beispielsweise unter Bedürfnissen und Wünschen unterscheiden. In der Schüler-Verbraucherberatung geht es um den Umgang mit Geld, Steuern, Verträgen und Selbstständigkeit durch neues Wissen. „Wer nichts weiß, muss alles glauben“, so eine weitere mahnende Devise der jungen Verbraucherberater. Dazu Jana Lindemann: „Die Grundschüler lernen, mit Taschengeld umzugehen. Und wir selbst entdecken neue Fähigkeiten durch Grundkenntnisse in Verbraucherbildung.“

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