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Norddeutsche Rundschau

14. Dezember 2017 | 02:02 Uhr

Wilster : Schrumpfkur soll Hallenbad retten

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Ratsversammlung beschließt reduzierte Öffnungszeiten im Sommer. Insgesamt sollen rund 50 000 Euro eingespart werden.

Jährlich 400  000 Euro Defizit und die Kommunalaufsicht im Nacken: Beim städtischen Hallenbad zieht die Ratsversammlung jetzt eine vielleicht letzte Reißleine. Mit reduzierten Öffnungszeiten sollen pro Jahr rund 50  000 Euro eingespart werden. Damit hoffen CDU und SPD einvernehmlich, die Badeeinrichtung zumindest für eine nahe Zukunft über Wasser halten zu können.

Das Hallenbad ist seit einem Jahr Gegenstand intensiver Beratungen vor allem im dafür zuständigen Werkausschuss. In einem ersten Schritt war bereits im vergangenen Juli beschlossen worden, dass die Sondertarife für Früh- und Abendschwimmer sowie die Kombination Abendtarif und Sauna ersatzlos gestrichen werden. „Nach bisherigen Erkenntnissen ist zu vermuten, dass der damit gewünschte Effekt mit Mehreinnahmen von rund 10000 Euro erreicht werden kann“, heißt es in der Beschlussvorlage. Darüber war ein Vorschlag aus den Reihen der Hallenbad-Belegschaft aufgegriffen und umgesetzt worden. Danach sollte in der Sommersaison von Mai bis August nur noch eine Sauna geöffnet werden. Rund 1000 Euro wurden so eingespart.

Angesichts der chronisch leeren Stadtkasse lassen sich weitere Einsparungen allerdings nur noch durch reduzierte Öffnungszeiten erreichen. Aktuell ist das Hallenbad im Jahr rund 3060 Stunden für Besucher geöffnet. Außerhalb der Ferienzeit nutzen zudem angrenzende Schulen das Angebot. Künftig wird es rund 400 Badestunden pro Jahr weniger geben. So kann künftig in den Monaten Mai bis August das Hallenbad an Vormittagen nur noch ausschließlich durch Schulen und durch das DRK genutzt werden. Die müssen geeignetes Aufsichtspersonal dann aber selbst mitbringen. Durch die Stadtwerke Wilster als Betreiber der Einrichtung wird lediglich noch eine Fachkraft gestellt. Im gleichen Zeitraum bleibt das Hallenbad dann zudem an Sonnabenden immer ganz geschlossen. Aus bislang 3060 Stunden Öffnungszeit werden damit künftig nur noch 2643 Stunden, die der Allgemeinheit zum Baden und Fithalten zur Verfügung stehen.

Werkausschuss-Vorsitzender Andreas Prüß (CDU) gab parteiübergreifend aber ein klares Bekenntnis zum Erhalt des Hallenbads in Wilster ab. „Wir wollen an der Einrichtung nicht rütteln. Das Bad wird ja auch angenommen“, sagte er in der jetzt entscheidenden Sitzung der Ratsversammlung. Das moderne Kassensystem habe allerdings auch ganz klar die Bereiche deutlich gemacht, in denen ein Handlungsbedarf nachvollziehbar sei. So gebe es regelmäßig einzelne Badestunden, in denen für nur drei oder vier Schwimmer zwei Aufsichts- und eine Reinigungskraft vorgehalten werden müssten. Prüß wies darauf hin, dass die Kommunalaufsicht beim Kreis Steinburg der Stadt Wilster bei der jährlichen Haushaltsgenehmigung regelmäßig ins Stammbuch schreibe: Könnt ihr euch das überhaupt noch leisten? Der Sprecher betonte, dass sich seine Fraktion sehr lange und viele Gedanken gemacht habe, wie man die Finanzmisere verbessern kann. Prüß sieht in dem reduzierten Angebot nicht etwa den Anfang vom Ende der Badeeinrichtung. Vielmehr diene die neue Organisationsstruktur dem Erhalt des Bades. Gleichzeitig warb er auch um Verständnis bei den Badegästen: „Wir können jetzt im Jahr 50  000 Euro sparen. Dann sollte man daran auch nicht herummäkeln.“

Weitere Diskussion zu dem Thema gab es in der Ratsversammlung nicht. Einstimmig wurden die zuvor von der Leitung der Stadtwerke Wilster vorgeschlagenen veränderten Öffnungszeiten von beiden Fraktionen abgesegnet.

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