Pläne vorgestellt : Schritt zum neuen Kreishaus in Itzehoe

Steht vor der Sanierung: der Gebäudekomplex in der Karlstraße, der Bau- und Umweltamt des Kreises beherbergt.
Steht vor der Sanierung: der Gebäudekomplex in der Karlstraße, der Bau- und Umweltamt des Kreises beherbergt.

Der Verwaltungsbau in der Itzehoer Karlstraße soll saniert werden.

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13. September 2019, 17:50 Uhr

Itzehoe | Das Bau- und Umweltamt des Kreises Steinburg an der Karlstraße soll im Zuge des Kreishausneubaus umgebaut und saniert werden. Dadurch sollen unter anderem auch die stark steigenden Mitarbeiterzahlen in der Kreisverwaltung, die mittelfristig zu erwarten sind, aufgefangen werden.

Die entsprechenden Pläne wurden im jüngsten Bauausschuss von dem Hamburger Architekten Matthias Johannsen vorgestellt. Dieser bezeichnete das bestehende Gebäude als „merkwürdig“, da es einheitlich zur selben Zeit entstanden sei, aber aussehe, als seien es drei einzelne Gebäude. „Selbst die drei Dächer haben alle eine unterschiedliche Höhe“, so Johannsen. „Und keiner weiß mehr, warum.“

Vorgesehen sei eine energetische Sanierung – neue Dämmung, Fenstertausch, neue Heizungsanlage und Beleuchtung –, und die Nutzung der einzelnen Geschosse müsse optimiert werden, so Johannsen. So gebe es etwa im ganzen Gebäude keine Barrierefreiheit, viel zu schmale Türen, sehr unflexible Bürogrößen und dunkle Arbeitsplätze.

Laut Johannsen soll das Gebäude nach dem Umbau, vor allem im Dachgeschoss, von der Raumaufteilung her viele flexible Bereiche haben. Die umgebauten Aktenlager würden „die Qualität von Büroräumen“ erhalten, was wichtig sei für jenen Zeitpunkt in der Zukunft, an dem es aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung keine Akten mehr gebe. Dies sei von Vorteil, merkte Bauamtsleiterin Daniela Immich an. Sie rechnet sogar damit, dass erst gar keine Akten mehr eingelagert werden. „Ich denke, wenn wir mit der Baumaßnahme fertig sind, werden in den ,Aktenlagern’ Mitarbeiter sitzen.“

Untergebracht werden sollen in dem Gebäude die Kreisberatungsstellen, allerdings erst, wenn der Kreishausneubau vollendet ist. In der Zwischenzeit werden übergangsweise das Hauptamt und das Ordnungsamt inklusive Ausländerbehörde das Gebäude nutzen. Das Bauamt wird laut Immich Ende des Jahres ausziehen. Nach jetzigen Plänen könnte der Umbau inklusive Sanierung im Frühjahr 2021 abgeschlossen sein.

Optisch soll das Gebäude größtmöglich an das neue Kreishaus angepasst werden. Die Kosten belaufen sich auf rund 2,8 Millionen Euro.

Das Gebäude ist Baujahr 1986 und somit 33 Jahre alt. Der CDU-Fraktionsvorsitzende im Kreistag, Reinhold Wenzlaff, fragte mit Blick auf das Alter: „Muss ein derart junges Gebäude so in Angriff genommen werden, zumal der Umbau lediglich eine Flächenerweiterung von 70 Quadratmetern ergibt?“ Die Antwort von Holger Schlüter aus dem Kreisbauamt: „Es gibt zwingenden Handlungsbedarf, die Bausubstanz ist in einem schlechten Zustand.“ Dies betreffe auch Dach und Dachgeschoss. Zudem weise die Heizungsanlage gravierende Mängel auf, sei schon öfters ausgefallen.

Daniela Immich fügte jedoch an, noch einmal genau prüfen zu wollen, welche Dinge zwecks Kostenreduzierung weggelassen oder anders gemacht werden könnten. Ausschuss-Vositzender Tobias Rückerl (FDP) merkte an, es sei zu befürworten, dass ein „inklusives Gebäude“ mit mehr Barrierefreiheit entstünde. „Und es bringt nichts, rumzurühren und später nach und nach wieder zu sanieren.“ Rainer Naudiet (SPD) sagte, er hoffe auf „angemessene Entscheidungen“, was den tatsächlichen Sanierungsbedarf anbelange.

Letztlich wurde einstimmig beschlossen, dem Kreistag, der am Donnerstag das Thema berät, zu empfehlen, die vorgelegte Entwurfsplanung mit Kostenberechnung zustimmend zur Kenntnis zu nehmen und die Verwaltung zu beauftragen, die notwendigen Schritte zur Realisierung vorzunehmen.



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