zur Navigation springen
Norddeutsche Rundschau

13. Dezember 2017 | 18:41 Uhr

Lyrik-Autor : Schreibend auf Kurs bleiben

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Von der Natur lässt er sich inspirieren zu seinen Gedichten: Thomas Beller, Autor aus dem Dithmarscher Luftkurort Burg. Jetzt liegt ein neuer Band vor.

Der Burger Lyriker Thomas Beller hat einen neuen Band mit 54 Gedichten veröffentlicht. Titel: „Fragmente von Licht“. Auf dem Coverbild lugt eine hellgrüne Kröte aus türkisfarbenem Wasser – das Foto hat Thomas Beller selbst am Waldsee aufgenommen.

Er ist viel unterwegs in der Natur. Er angelt leidenschaftlich gern, fährt weite Strecken mit dem Fahrrad oder geht mit seinen Hunden spazieren. Immer wieder inspiriert ihn die Dithmarscher Landschaft zu eindrucksvollen Zeilen. Das titelgebende Gedicht beginnt so: „Aus der Laterne und durch das Gestrüpp fallen ganz fleckige Flocken, also eher Fragmente von Licht auf die Fläche des Wassers und sinken nicht. Treiben wie Gedanken, die einander noch nicht kennen“.

In seinem neuen Band sind „Seelengedichte“ zu finden – detaillierte Naturbeobachtungen, die Emotionen widerspiegeln. Daneben entdeckt der Leser aber auch ausgefeilte, tiefgründige Gedichte, die mehrere Ebenen erfassen und die Thomas Beller selbst als „Literatur“ bezeichnet. Gerade diese Mischung von federleichter Naturlyrik und klassischer Dichtkunst macht den Reiz seines facettenreichen, schönen Gedichtbandes aus.

Der Lyriker ist in Meldorf geboren und lebt schon seit vielen Jahren in Burg. Nach dem Abitur hat er eine Ausbildung zum Bankkaufmann gemacht. Neben der Tätigkeit in der Bank hat er immer geschrieben; seit 1996 veröffentlicht er seine Gedichte. Dann entschied er sich ganz für die Dichtkunst.

Anfangs waren Sarah Kirsch und Günter Kunert seine Mentoren, mittlerweile hat der 44-Jährige acht Einzelbände veröffentlicht und eine überregionale Bekanntheit erlangt. Seine Gedichte erscheinen in renommierten Literaturzeitungen und wichtigen Anthologien. Voriges Jahr bekam er den ersten Preis in der Kategorie Lyrik vom Förderverein Nordbuch im Kieler Literaturhaus verliehen.

Wie entsteht ein Gedicht? „Man geht vielleicht spazieren, fängt an zu beschreiben, was man sieht, findet vielleicht einen Rhythmus, und dann, manchmal, kommt es zum Durchbruch. Plötzlich hat man ein Bild gefunden, dass man selber nicht ganz versteht, das etwas offen lässt. Ich glaube, man kann hier wirklich von einer Erkenntnis reden. Man ist an etwas herangekommen, das größer und weiter ist als man selber. Eine Art mystischer Moment, eine echte Transzendenz, die aufscheint und einen ‚hindurch lässt‘, hin zu etwas Neuem“, schildert er den besonderen Moment. Schreiben ist für ihn Notwendigkeit, Befreiung und Erkenntnisinstrument. „Ich bin Sucher eines Weges für mich selbst. Ich muss schreiben, um auf Kurs zu bleiben.“ Der Prozess des Suchens ende nie. So heißt es in einem seiner Gedichte: „Ach unsere Antworten. In der Hand schon welkende Blüten“.

Ganz bewusst hat Thomas Beller für seinen neuen Band keinen Verlag gesucht, sondern sein Werk selbst herausgebracht. Er schätzt die Freiheit und Eigenverantwortung. Die Veröffentlichung seiner Gedichte bedeutet auch ein Wagnis für ihn. „Ich bringe meine ganzen Fragen, meine Verzweiflung mit ein, das birgt natürlich auch Verletzungen“, erläutert er. Dennoch freut er sich auf den Dialog mit dem Leser und denkt gerade über eine Lesung nach.

>Thomas Beller: Fragmente von Licht. Gedichte. Books on demand , 8 acht Euro. Auch in der Burger „Leselust“ und im Peter Panter Buchladen in Meldorf erhältlich.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen