Schrei nach Frieden – gegen das Vergessen

Gestalteten gemeinsam den Gottesdienst: die Jugendlichen der Kirchengemeinde mit Theologe Timo Milewski (r.).
Gestalteten gemeinsam den Gottesdienst: die Jugendlichen der Kirchengemeinde mit Theologe Timo Milewski (r.).

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11. November 2018, 11:57 Uhr

Es war ein bewegender Gottesdienst, den die Kirchengemeinde Wilster am Freitagabend zu m Auftakt der Friedensdekade veranstaltete. Zehn Tage stehen im Zeichen der Erinnerung an das Ende des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren und an die Reichspogromnacht vor 80 Jahren. Veranstaltungen gegen das Vergessen – und der von Theologe Timo Milewski, Kantor Hartwig Barte-Hanssen und Jugendlichen aus der Kirchengemeinde gestaltete Gottesdienst stimmte darauf ein.

Der Erste Weltkrieg sei zwar vergangen, „nicht aber die Gewalt, die Menschen anderen Menschen zufügen“, sagte Josefin Simon. „Wir haben Frieden in unserem Land, dafür können wir dankbar sein. In vielen Ländern herrscht aber auch heute noch Krieg“, fügte sie hinzu. Sie gehört zu Jugendlichen, die sich in den vergangenen Wochen unter anderem mit der Vorbereitung des Gottesdienstes befasst hatten. Enya Rogge, Alexander Lohmann, Kristin Sühl, Lena Sühl, Leon Prätzel, Michel Prätzel, Luka Damke, Cedrik Denzau und Hannes Horstmann sprachen wie Josefin Simon Gedanken gegen Hass und Gewalt. Das Gemälde „Der Schrei“ von Edvard Munch diente als Vorlage für die Interpretationen der jungen Menschen, die schließlich mit Texten und Schlagwörtern zu den Themen Krieg und Frieden, Vergangenheit und Gegenwart, Hoffnung und Glaube, ihre Statements abgaben. Eingebettet in Friedenslieder. Und schließlich gab es Zeit zum Schweigen, in der die größte Glocke im Glockenturm der St. Bartholomäus-Kirche läutete. Sie trägt übrigens die Inschrift „Gib den Frieden des Herrn in unseren Tagen!“.

Fortgesetzt wurde die Friedensdekade am Wochenende mit einer Andacht mit „Kirchenkino“ und Wort und Musik zur Erinnerung. Am kommenden Freitag, 16. November, folgt eine Andacht im Gemeindehaus mit dem Film „Der Junge im gestreiften Pyjama“. Beginn: 19 Uhr. Die Friedensdekade für Wilster und die Wilstermarsch endet am Sonntag, 18. November, mit einer Abendmusik zum Volkstrauertag in der Kirche, bei der Werke von Gabriel Fauré und Karl Jenkins erklingen werden.

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