Kulturfestival : Schon einfache Schritte sehen gut aus

Erstaunlich gute Breakdance-Figuren zeigten die Teilnehmer wie hier Tjorven Westphal (14) am Ende des Workschops mit Florian Graul (im Hintergrund).
Erstaunlich gute Breakdance-Figuren zeigten die Teilnehmer wie hier Tjorven Westphal (14) am Ende des Workschops mit Florian Graul (im Hintergrund).

Begeisterte Kinder und Jugendliche beim Breakdance-Workshop mit dem Berliner Florian Graul in der Alten Schule in Wilster.

shz.de von
15. Mai 2015, 12:00 Uhr

Eindringlich schrillt der Wecker, wenig später die Schulglocke – die Choreografie der Breakdancer nimmt diese äußeren Impulse auf und erhebt sich „aus dem Schlaf“ vom Boden, tanzt dann in „Reih und Glied“, wie es die Gruppendynamik am Vormittag erfordert. Erst danach löst sich einer nach dem anderen zum Solo aus der Gemeinschaft – als Spiegel der individualisierten Freizeit am Nachmittag.

Mit einer kleinen Abschlussaufführung zeigten die zehn Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Breakdance Workshops Eltern und Besuchern die Ergebnisse ihres intensiven Trainings. Drei Tage langen haben sie im Rahmen des 25-Wochen-Kulturfestivals in der Alten Schule in Wilster geprobt und Figuren ausprobiert. „Ich hätte nie gedacht, dass schon ein paar einfache Schritte so gut aussehen können“, zeigte sich Tjorven Westphal (14) aus Kaaks begeistert.

Florian Graul von der Berliner Flying Steps Academy hat vor allem Grundschritte mit der Gruppe geübt. Die Choreografie haben sie dann gemeinsam erarbeitet, indem jeder Sprünge und Figuren beisteuerte, die schon aus anderen Zusammenhängen bekannt waren.

Und da kam einiges zusammen, was das Publikum zum Stauen brachte. Rolle, Grätschsprung, Überschlag, Tanz auf den Händen… – die junge Truppe konnte sich über viel Beifall freuen. Zum Abschluss präsentierte Florian Graul in rasender Geschwindigkeit seine eigenen Einlagen und zeigte, welchem Niveau seine Schützlinge nacheiferten. Diese waren allesamt begeistert von der Energie ihres Lehrers. „Wir haben schon länger so etwas gesucht. Beim Schwimmkurs in Wilster haben wir zufällig einen Flyer gesehen“, berichtet Familie Fuhlbrügge aus Großenrade bei Burg, die den achtjährigen Hugo für das Training jeden Tag extra über den Kanal brachte.

Mit einem Altersspektrum zwischen acht und 14 Jahren war es die bislang jüngste Teilnehmergruppe, die das ungewöhnliche Angebot in der Alten Schule wahrnahm. Viele davon haben sich nach dem Kursus gleich für das Feriencamp im Sommer angemeldet, das mit abwechslungsreichem Begleitprogramm an Wochentagen läuft. Und Ende August sollen dann für den letzten 25-Wochen-Kursus Jung und Alt beim „Breakdance für alle“ zusammen durch den Saal rappen.  

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen