Bildung : Schon 1500 Studenten in Heide

Fordert  eine solide Finanzierung der  Fachhochschule Westküste: FHW-Präsident Professor Dr. Hanno Kirsch.
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Fordert eine solide Finanzierung der Fachhochschule Westküste: FHW-Präsident Professor Dr. Hanno Kirsch.

Fachhochschule braucht mehr Geld und übt Kritik an Landesregierung: Eingesparte Bafög-Gelder dürfen nicht nur an Schulen gehen.

shz.de von
25. Juni 2014, 12:00 Uhr

Der Fachhochschule Westküste (FHW) fehlt Geld. In den vergangenen acht Jahren hat sich die Zahl der Studierenden auf 1500 verdoppelt. „Wir sind stärker gewachsen als die anderen Hochschulen“, macht FHW-Präsident Professor Dr. Hanno Kirsch deutlich. Und mit dem nahenden doppelten Abiturjahrgang wird dies noch weiter zunehmen. Die finanzielle Ausstattung ist aber nicht im gleichen Maße gestiegen. 35 bis 40 Prozent seien zudem befristete Mittel, beklagt sich Kirsch. Allein zwei neue Studiengänge würden damit finanziert. Festanstellungen gibt es nicht. Auf Dauer sei dies nicht zu halten. Ohne eine dauerhafte Lösung, sei die Hochschule gezwungen, diese hervorragenden Studiengänge wieder zurückzubauen. Denn wie lange es diese befristeten Mittel gibt, ist unsicher.

„Die Hochschule ist in vielen Bereichen noch so ausgestattet, als ob sie 750 Studierende hätte.“ Für Kirsch ein unhaltbarer Zustand. Das Wachstum stünde auf sehr tönernen Füßen. Vor allem die Auswirkungen der steigenden Studentenzahl mit dem doppelten Abiturjahrgang werden aus Sicht des FHW-Präsidenten immens sein. Umso weniger versteht er die Entscheidung der Landesregierung, 36,5 Millionen Euro ausschließlich in die Schulen zu stecken. „Dies ist kurzfristig gedacht.“

Bisher flossen die Gelder indirekt in die Hochschulen des Landes. Sie dienten zur Finanzierung des Bafögs. Jetzt hat der Bund jedoch beschlossen, die Länder von den Kosten zu befreien und das Bafög zu übernehmen. Statt die Mittel zur besseren Ausstattung der Hochschulen zu verwenden, sollen diese Gelder komplett für neue Lehrerstellen verwendet werden. „Hier wird sehr einseitig Geld verteilt“, kritisiert Kirsch. Zumindest anteilig sollten aus seiner Sicht auch die Hochschulen davon profitieren. Und dies sehen seine Kollegen auf Landesebene ebenso und schlugen in der vergangenen Woche geschlossen Alarm (wir berichteten), fordern 18 Millionen Euro vom Land für die Lehre. Ihre Befürchtung: Die Hochschulen im Norden könnten im nationalen Wettbewerb weiter zurückfallen. Schon jetzt, so Kirsch, hätte unter anderem der Landesrechnungshof eine Unterfinanzierung bemängelt. Nur 22,9 Prozent der Landesausgaben fließen in die Bildung, womit Schleswig-Holstein unter dem Bundesdurchschnitt von 26,1 liegt.

Die FHW hat einen Anteil am Hochschulbudget des Landes von gut 2,5 Prozent. Ein entsprechender Anteil von den geforderten 18 Millionen Euro könnte die Hochschule gut gebrauchen.

Mit dem Geld könnten in Heide zwei hochattraktive Studiengänge finanziell unterstützt, ein Teil der Stellen dauerhaft gesichert werden. So wäre die FHW besser auf den doppelten Abiturjahrgang vorbereitet. „Dies sollte eigentlich auch im Interesse des Landes sein“, so Kirsch. Er fordert: „Es muss mehr Geld für die Hochschulen geben, damit wir nicht immer nur Löcher stopfen.“

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