Winterdienst in Itzehoe : „Schneller ging es nicht“

Überall unterwegs: Wie hier an der Kreuzung Große Paaschburg und Hindenburgstraße waren zahlreiche Räum- und Streufahrzeuge am Donnerstag im Einsatz.
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Überall unterwegs: Wie hier an der Kreuzung Große Paaschburg und Hindenburgstraße waren zahlreiche Räum- und Streufahrzeuge am Donnerstag im Einsatz.

Zu spät und zu langsam? Bürger kritisieren den Winterdienst am Donnerstag – die Verantwortlichen weisen die Kritik zurück.

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20. Januar 2018, 16:10 Uhr

Nach den heftigen Schneefällen und der folgenden teilweise extremen Straßenglätte am Donnerstag wird Kritik am Winterdienst im Stadtgebiet laut. Unter anderem auf der Facebook-Seite unserer Zeitung äußerten Bürger ihre Unzufriedenheit mit dem Tempo der Streu- und Räumdienste. Der zuständige Kommunalservice weist die Kritik zurück.

„Ich bin stocksauer auf Itzehoe“, schreibt beispielsweise eine Leserin, die nach eigenen Angaben am Donnerstag beruflich mit dem Auto unterwegs war, auf Facebook. „In anderen Städten und Kreisen hat das wesentlich besser geklappt.“ In Itzehoe habe sie bis zum Abend noch auf Eis fahren müssen.

„Ich wüsste nicht, wie wir schneller hätten reagieren können“, sagt Reiner Kuhr, Leiter des Kommunalservice. Bereits ab 2 Uhr sei der Winterdienst im Einsatz gewesen. Als dann der Schneefall am Vormittag einsetzte, waren alle Mitarbeiter und Fahrzeuge unterwegs. Der Winterdienst hätte relativ lange gedauert, weil die Stadt voller Autos war, teilweise blockierten Fahrzeuge Straßen und Kreuzungen. „Dann kommen wir auch nicht durch und es dauert eine gewisse Zeit“, sagt Kuhr. Das Problem habe sich noch verstärkt, weil viele Autofahrer von der A 23 auf das Stadtgebiet ausgewichen seien.

Der Kommunalservice habe zunächst die Hauptverkehrsstraßen freigeräumt. Am Nachmittag sei die Lage aus seiner Sicht dann „im Griff“ gewesen, sagt Kuhr. Trotzdem hätten seine Mitarbeiter bis zum späten Abend gearbeitet. „Schneller ging es nicht, es war eine ganze Menge Schnee.“ Bei solcher Witterung sei es nicht möglich, das gesamte Stadtgebiet sofort zu räumen. „Vorsorgliches“ Abstreuen sei eine Wunschvorstellung, aber technisch nicht möglich. „Mit den zulässigen Streugemischen funktioniert das nicht. Da müsste man hochkonzentriertes Salz streuen, was nicht erlaubt ist und Probleme bringen würde“, erklärt Kuhr.

Beschwerden gab es auch von einem Leser aus Münsterdorf, der beklagte, dass Donnerstag der Fuß- und Radweg von der B 77 bis zum Ortseingang Münsterdorf (Itzehoer Straße) nicht geräumt worden sei. Schüler und Erwachsene hätten deshalb mit ihren Fahrrädern zum größten Teil auf der Kreisstraße fahren müssten. Dort sei es aufgrund von Glätte und überhöhten Geschwindigkeiten der Autofahrer zu „abenteuerliche Situationen“ gekommen.

Der zuständige Kreis Steinburg weist die Kritik zurück. Die Mitarbeiter seien überall im Kreis im Einsatz gewesen. „Alles gleichzeitig haben sie nicht erledigen können“, sagt Kreissprecherin Britta Glatki. Vorrang hätten bei solchen Wetterverhältnissen die Straßen. Gestern morgen sei aber auch der Radweg geräumt worden.

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