Itzehoe : Schnell handeln gegen den Leerstand

Mehr Kunden in der Feldschmiede: Das klappt nur mit weniger Leerständen und dem richtigen Branchenmix. Foto: Ehrich
Mehr Kunden in der Feldschmiede: Das klappt nur mit weniger Leerständen und dem richtigen Branchenmix. Foto: Ehrich

Gähnende Leere in Teilen der Itzehoer Innenstadt. Rund 20 Prozent der Geschäfte sind ohne Mieter. Helfen soll nun ein externer Experte.

shz.de von
28. November 2012, 06:04 Uhr

itzehoe | Gut 20 Prozent der Geschäfte in der Itzehoer Innenstadt stehen leer. Ein externer Experte soll jetzt helfen. Dafür hat der Wirtschaftsausschuss den Weg frei gemacht. Zuvor hatte die Ratsversammlung bis zu 29.000 Euro bereit gestellt. Mindestens 50 Prozent der insgesamt benötigten Summe soll die Kaufmannschaft aufbringen. Einen großen Teil davon hat Martin Ott von Juwelier Albers bereits einwerben können. Den Auftrag vergibt das Stadtmanagement, die Mittelgeber werden in den Prozess einbezogen. Mit dem Hamburger Justus von Kries und seiner Firma K.G.I. steht ein möglicher Anbieter bereit; er hatte beim "Fach gespräch Innenstadt" im Theater den Anstoß für das schnelle Vorgehen geliefert, indem er die Gefahr einer Abwärtsspirale verdeutlicht hatte. Drei weitere mögliche Auftragnehmer aus Norddeutschland hat Stadtmanagerin Lydia Keune-Sekula aufgefordert, bis zum 7. Dezember ein Angebot abzugeben.
Das Ziel: Binnen eines halben Jahres soll sich die Zahl der Leerstände reduzieren. Von Kries’ Modell sah vor, den Bestand mit einem optimalen Branchen- und Sortimentsmix zu vergleichen und beides im engen Kontakt mit Händlern und Immobilieneigentümern möglichst in Einklang zu bringen. Dass dabei Geschäften der Umzug empfohlen werde, sei die absolute Ausnahme, so Lydia Keune. Sie betont zudem: "Es nutzt uns nichts, nur den Leerstand zu beseitigen. Wir müssen insgesamt optisch alle aufrüschen. Wir müssen Service und Aufenthaltsqualität verbessern - alle."
Das solle von der "Mitte der Mitte" ausgehen. Der Ausschuss wünschte sich eine Ausdehnung auf die erweiterte Innenstadt. Wie das gehen könnte, soll nun der Experte beurteilen, wenn er gefunden ist. Stimmen gegen den "Schnellschuss" kamen erneut von DAF, UWI und IBF. Doch es eile sehr, konterten die Befürworter aus CDU und SPD. Externe Hilfe sei da zwingend, zumal das Stadtmanagement angesichts des Stadtjubiläums keine Freiräume dafür habe. Gleichzeitig müsse dort aber Kompetenz aufgebaut werden, um das Konzept nach dem Auslaufen des Vertrages weiterführen zu können.

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