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Landesmeisterin : Schnaps-Schnüffeln für den Sieg

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Merle-Kristin Pelikan (22) ist neue Jugend-Landesmeisterin im Hotelfach. Im Oktober fährt sie zur Bundesmeisterschaft.

Sie hat das geschafft, wovon viele Auszubildende träumen: Merle-Kristin Pelikan (22) ist die beste Hotelfachfrau in Schleswig-Holstein. Die Auszubildende des Glückstädter Anno 1617 erkämpfte sich bei der Landesjugendmeisterschaft des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) in Kiel den begehrten Titel und ist neben Koch Ole Westphalen (Zum Dückerstieg) und Restaurantfachmann Christopher Hogh (Sellhorn’s Gasthof) eines von drei Steinburger Nachwuchstalenten, das sich in diesem Jahr gegen die Konkurrenz aus Schleswig-Holstein durchsetzte.

Drei bis vier Stunden hat sie in der Woche vor der Meisterschaft jeden Tag für die theoretische Prüfung gelernt. Bücher-Wissen allein reichte jedoch nicht aus – auch in der Praxis musste jeder Handgriff sitzen. Betten machen, Angebote ins Englische übersetzen oder aus dem Stehgreif ein Fünf-Gänge-Menü kreieren – und das alles mit der Zeit im Nacken. Eine echte Herausforderung für die angehende Hotelfachfrau, die sie trotz der Nervosität gut meisterte. Nur in einer Disziplin haperte es: Bügeln. „Da war ich richtig mies. Ich habe das Hemd fallen lassen und konnte es am Ende nicht mal zusammenlegen“, sagt sie.Für den Sieg hat es am Ende trotzdem gereicht.

„Wir sind sehr stolz, dass wir so tolle Auszubildende haben“, sagt Chefin Heike Püster. Sie selbst hat 1988 die Kreismeisterschaft im Bereich Hotelfach gewonnen, an einen Landesmeister aus Glückstadt kann sie sich aber nicht erinnern. „Ich glaube so etwas gab es hier noch nie.“ Für diesen Erfolg hat Merle-Kristin Pelikan jede freie Minute während der Arbeit genutzt, um sich auf den Wettbewerb vorzubereiten. „Ich habe hier stundenlang gesessen und Spirituosen geschnüffelt“, erzählt sie. Denn auch das müsse eine Hotelfachfrau können: Schnapssorten nur am Geruch erkennen.

Stress in der Hochsaison, unattraktive Arbeitszeiten und Urlaubssperre im Sommer – ein Beruf in der Gastronomie ist unter jungen Leuten nicht gerade beliebt. Als sie sich vor knapp drei Jahren für den Beruf entschied, war es für Merle-Kristin Pelikan vor allem die Arbeit mit den Gästen, die sie motivierte. „Zu einigen baut man fast schon ein freundschaftliches Verhältnis auf“, sagt sie. Nachdem sich ein Stammgast aus Norwegen nach längerem Aufenthalt verabschiedete, sei ihr die Trennung „richtig schwer“ gefallen. „Da kullern dann schon mal die Tränen – auf beiden Seiten.“

Der Beruf habe außerdem mehr zu bieten, als nur Putzen und Betten machen. „Es ist viel Organisatorisches dabei und auch Marketing gehört dazu.“ Besonders wichtig ist ihr auch die Arbeit im Team. „Wir stehen das alles zusammen durch.“ Am schönsten sei der Beruf jedoch immer dann, wenn ihre Gäste zufrieden sind. „Wenn jemand ein Problem hat und am Ende trotzdem mit einem Lächeln nach Hause geht – dann macht der Beruf einfach Spaß.“

Ob sie nach ihrer Ausbildung in zwei Monaten noch weiter im Anno 1617 bleibt, weiß sie noch nicht. Klar ist jedoch: Die 22-Jährige hat sich viel vorgenommen. Außer der Bundesmeisterschaft im Oktober stehen bei ihr auch mehrere Stopps rund um den Globus auf dem Plan. „Ich möchte auf jeden Fall noch nach England, nach Sylt und mal auf einem Schiff arbeiten.“ Immerhin sei das ein weiterer Vorteil der Branche: „Die Welt steht einem offen.“

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erstellt am 01.Mai.2014 | 17:15 Uhr

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